9. Spieltag: SG 1871 Löberitz - SV Ebersbach 4:4

Remis zwischen Löberitz und Ebersbach, doch ein 4:4 ist nicht alles in der Welt

Löberitz vs. Ebersbach, Mittelachse Das Oberligateam der Schachgemeinschaft blieb sich auch am 9. Spieltag treu, denn die Löberitzer schafften es nicht, eine hinter ihr rangierende Mannschaft standesgemäß zu bezwingen. Natürlich mussten die beiden Spitzenbretter Norman Schütze (zur Zeit in Spanien) und Dana Reizniece (weiterhin in Lettland) und der ansonsten recht erfolgreiche Stammspieler Simon Spreng ersetzt werden, doch wäre sicherlich auch bei der tatsächlichen Konstellation ein Sieg möglich gewesen. Schnell standen die Gastgeber an mehreren Brettern etwas besser und Brain gewinnt gegen Miroslav Bores eigentlich nirgendwo schlechter. Das verführte Konrad Reiß, der sein 300. Spiel (194 Pk=64,67 %) für die Schachgemeinschaft absolvierte, am Brett 8 zu einem, im Nachherein etwas verfrühten Remisangebot. Im Grunde ging mit dem Sieg von Martin Schuster am Brett 2 und dem Remis von Holger Pröhl an seinem früheren angestammten Betätigungsfeld, dem 1. Brett, alles in die richtige Richtung. Nach dem Sieg von FIDE-Meister Harald Matthey und dem Remis von Andreas Bilawer stand es sogar schon beruhigend 3,5:1,5. Doch dann kamen die Hiobsbotschaften. Michael Klyszcz, der es in seinem letzten Gefecht für den Traditionsverein noch einmal wissen wollte, konnte seine etwas bessere Stellung nur zum Remis veredeln und Reyk Schäfer, der Sven Baumgarten vs. "Zumpe" an Brett 9 eigentlich mit ganz geringen Stellungsvorteilen den Remishafen erreichen sollte, musste nach einer kleinen Ungenauigkeit einen Bauern und nach langem Kampf auch die Partie einstellen. Nun stand es 4:3 und ausgerechnet das "Mannschaftsküken" Pauline Mertens sollte und musste es nun richten. Ihr Gegner, der tschechische FIDE-Meister Zdenek Völfl rannte mit aller Macht und dem aus den Höhen der Oberlausitz mitgebrachten Schwung gegen die Paulinische Festung an. Die fiel dann nach hartem Kampf und so wurde es in der Endabrechnung ein 4:4 Unentschieden. Im nächsten Jahr wird die junge Dame auf diesen Erfahrungen aufbauen können.
Maiki demnächst wieder auf Achse: Warschau, Vilnius, London Dem Remis konnte man im wahrsten Sinne des Wortes noch geschmacklich was abringen, denn der von den Gästen mitgebrachte Kasten Bier zeigt, dass wahre Freundschaft nicht nur auf lose Worthülsen aufgebaut werden kann. Ein gemeinsames Essen im Zörbiger "Dorotheenhof", unter anderen mit dem in Köln lebenden Ebersbacher Maik Richter, beschloss den 9. Spieltag. Dass es keine ausgelassene Siegesfeier wurde, lag nicht unbedingt am Spielergebnis, sondern mehr an der Tatsache, dass das mit dem Kampfnamen MIKLY ausgestatte Löberitzer Urgestein Michael Klyszcz letztmalig mit von der Partie war und sich in die Ungewissheit von Zeit und Raum verabschiedete. Dank ihm, der ohne Übertreibung in den zurückliegenden Jahren eine Strecke zweimal rund um die Welt absolvierte, um nach Löberitz zu kommen und wieder in seine sich ändernden Heimatorte Hamburg, Köln oder Offenbach zu gelangen.
In 96 Spielen für den Traditionsverein erkämpfte er 39 Siege, 27 Unentschieden und 30 Niederlagen. Das sind immerhin 52,5 %! Sein größter Erfolg war sicherlich der Sieg über Harald Matthey im Deutschen Pokalspiel Löberitz Magdeburg.
Mikly beim Ani-Cup 2007 Viele gemeinsame Erlebnisse haben ihn zu einem "echten Löberitzer" werden lassen, doch in der Rückbesinnung waren es für seine Entscheidung vielleicht auch zu wenige Gemeinsamkeiten. In guter Erinnerung sind mir die Slibowitz-Abende auf der tschechischen Schneekoppe, Balsam-Diskussionen im lettischen Ventspils und Grappa-Gespräche in Marostica und Venedig.
Danken möchte ich Michael auch für seine großzügigen Spenden zugunsten des Vereins, und seine einzigartigen, oft bis ins kleinste Detail gehenden und pointierten Turnierberichte für Homepage und Vereinschronik. Von seinen guten Kontakten zu Dana Reizniece, Dr. Robert Hübner, Vlastimil Hort, Harry Schaak und vielen anderen lebt der Verein auch heute noch.
Mikly und Dana koppen Schnee 2006 Für mich persönlich war er auch immer der "Mann aus dem Westen", der uns nicht von oben herab mit neunmalklugen Belehrungen überschüttete, sondern er war jemand, der um unsere Sorgen und Probleme wusste, weil er sie vor Ort miterlebte und diese Erfahrungen auch überall angemessen vertrat.
Er kam erstmals bei Nacht und Nebel am 1. Oktober 1991 nach Löberitz, um vom 2. zum 3. am III. Nachtblitzturnier teilzunehmen, und als wolle sich der Kreis schließen, regnete es auch an diesem Wochenende.

Konrad

  SG 1871 Löberitz SV Ebersbach 4:4
1 Pröhl, Holger FM Kucera, Petr ½
2 Schuster, Martin Bores, Miroslav 1-0
3 FM Matthey, Harald Hollstein, Dr. Frank 1-0
4 Bilawer, Andreas Richter, Maik ½
5 Mertens, Pauline FM Volfl, Zdenek 0-1
6 Klyszcz, Michael Brauer Christian ½
7 Schäfer, Reyk Bores, Roman 0-1
8 Reiß, Konrad Leipert, Matthias ½

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