7. Runde: SG 1871 Löberitz - SV Görlitz 1990 2,5:5,5
Nach der knappen Niederlage gegen Pankow ging es am Sonntag gegen die favorisierten Görlitzer. Für unsere Gegner war es sicherlich ein wichtiges Match, denn ein Sieg bedeutete möglicherweise die Tabellenführung, da zeitgleich König Tegel gegen die starken Schachfreunde aus Berlin II spielten.
Wir wollten uns teuer verkaufen, aber ein Sieg schien im Vorfeld eher unrealistisch. Früh sicherte Robert an Brett 1 uns den ersten halben Punkt. Er kam gegen den polnischen Großmeister mit Schwarz gut aus der Eröffnung. Nachdem es ihm im abgelehnten Damengambit gelungen war, die schwarzfeldrigen Läufer zu tauschen und seine Stellung auch sonst keine Schwächen aufwies, bot der GM mit Weiß früh Remis an.
An Brett 2 bekam es Alex ebenfalls mit einem Großmeister zu tun, diesmal aus Tschechien. Alex kam solide aus der Eröffnung heraus und ließ sich anschließend auf Verwicklungen ein, bei denen der GM mit f5 versuchte, die Stellung aufzureißen. Mit schwindender Zeit fand unser Mann leider nicht mehr die richtigen Züge und der schwarze d Bauer lief, begleitet von einem Mattangriff, bis zur Dame.
An Brett 3 kehrte Sebi zu seiner alten (Hass)Liebe zurück und zauberte Grünfeld auf das Brett. Der Gegner spielte früh Db3 und behandelte die entstehende Stellung sehr souverän, sodass Sebi nach einigem Widerstand schließlich eine positionelle Ruine zu verwalten hatte. Der Punkt ging an die Görlitzer.
An Brett 4 kam meine Wenigkeit sehr schlecht aus der Eröffnung. Mein junger Gegner aus Polen überraschte mich früh und zerstörte meine Bauernstruktur. Im Anschluss fand ich jedoch einige Ressourcen, um die Stellung zu vereinfachen, während mein Gegner nicht die kritischste Fortsetzung wählte. Am Ende einigten wir uns auf Remis.
An Brett 5 spielte Norman früh kreativ. Er installierte einen Springer auf e4 und stützte diesen mit dem Bauern f5. In der Folge wurde auf unterschiedlichen Flügeln rochiert und die Stellung blieb lange kompliziert. Leider fand unser Spieler nicht immer den besten Weg, sodass sich der Görlitzer zunächst einen und später noch einen Bauern sichern konnte und diesen Vorteil schließlich sicher verwertete.
An Brett 6 spielte unser Lichtblick in diesem Match. Böhmi kam gut aus der Eröffnung und operierte seinem Gegner anschließend eine Qualität heraus. In der Folge versuchte dieser das Spiel mit einem Angriff zu verkomplizieren, doch Christian ließ sich nicht beirren und der Punkt an diesem Brett blieb in Löberitz.
An Brett 7 musste Frido erneut mit den schwarzen Steinen ran. Der Gegner wählte einen geschlossenen Sizilianer. Frido baute sich solide auf, fand dann aber den falschen Plan. Der Gegner schnappte sich das Läuferpaar und griff den schwarzen König an. Diese Kombination führte im Endeffekt zum ganzen Punkt.
An Brett 8 wechselten wir Reyk ein, der sich dankenswerterweise bereit erklärt hatte, die Klingen zu kreuzen. Mit Weiß kam er solide aus der Eröffnung. Im weiteren Spielverlauf konnte der Gegner die Initiative übernehmen und seinen b Bauern vorantreiben. Reyk hatte allerdings noch ein Ass im Ärmel. Er entkorkte ein Qualitätsopfer, mit dessen Hilfe er es schaffte, seinen e Bauern bis nach f7 zu bringen. In letzter Not konnte der Gegner den Kopf mit einer Abwicklung noch aus der Schlinge ziehen und die Stellung verflachte zum Remis.
So steht im Endeffekt eine verdiente 2,5 zu 5,5 Niederlage zu Buche. Die Punkte in dieser Saison hätten allerdings ohnehin an anderer Stelle geholt werden müssen. Dass wir den Ausrutscher von Kreuzberg gegen Aue II nicht mit einem Sieg gegen Pankow nutzen konnten, ist bitter. Nun bleibt nur noch die theoretische Chance auf einen Ligaverbleib mit hohen Siegen gegen die favorisierten Kreuzberger und die Weiße Dame aus Berlin.
Neben dem Sportlichen konnten wir in Löberitz erneut zeigen, wie man eine Heimrunde ausrichtet. Ein großes Buffet sowie ein Frühstück für die Spieler aus Görlitz sind sicherlich nicht selbstverständlich. Unser großer Dank gilt dafür Annette, Yvonne, Chevalier, Konrad, Heiko, Uwe, Matthias, Falk, Klaus-Dieter, Noah, Sebi sowie allen weiteren Helferinnen und Helfern im Hintergrund.
Jann
Noch ein Nachsatz der Redaktion: Was die jetzige Autoren-Generation natürlich nicht wissen kann: Der ehemalige Löberitzer und heutige Görlitzer Mannschaftsleiter Andreas Weiß kehrte nach über 20 Jahre zurück an die alte Wirkungsstätte, wo er 1986 mithalf, die ersten Löberitzer Schachtage aus der Taufe zu heben.
| SG 1871 Löberitz | SV Görlitz 1990 | 2,5:5,5 | |
|---|---|---|---|
| 1 | FM Stein, Robert | GM Tazbir, Marcin | ½ |
| 2 | FM Kitze, Alexander | GM Plat, Vojtech | 0-1 |
| 3 | Pallas, Sebastian | FM Vitak, Jiri | 0-1 |
| 4 | CM Tiark, Jann-Christian | FM Gibala, Adam | ½ |
| 5 | Schütze, Norman | Schletter, Felix | 0-1 |
| 6 | Böhm, Christian | CM Ugorek, Kasper | 1-0 |
| 7 | Mertens, Fridolin | Sykora, Marek | 0-1 |
| 8 | Schäfer, Reyk | Lajbl, Jan | ½ |
Übersicht/Berichte Oberliga | I. Mannschaft | « Bericht (6) | » Bericht (8) | Zum Seitenanfang | Datenschutz | Impressum