Buchrezension Anatoly Karpov: "Karpov on Karpov"
Einleitung/Kindheit
"Karpov on Karpov" ist ein reines Lesebuch ohne Partien - vergleichbar zu "Mind Master" von Vishy Anand. Aber in Ton und Inhalt doch sehr verschieden. Ich hatte das Buch geraume Zeit gesucht und schließlich Glück, es zu einem erschwinglichen Preis zu bekommen.
Das Buch entstand um das letzte WM-Match gegen Kasparov 1990 herum. Es fehlen also bedeutsame Ereignisse wie die Niederlage gegen Short im Kandidatenmatch zur 93er WM, der anschließend (wieder)erlangte FIDE-Titel oder seine phantastischen 11/13 in Linares 1994.
Auch die bis dahin ausgetragenen WM-Kämpfe - vor allem die gegen Kasparov - werden vergleichsweise knapp behandelt, wobei wir durchaus einige interessante Details zu lesen bekommen. Sowohl zum ersten WM-Match gegen Korchnoi 1978 als auch zu dem gegen Kasparov 1984 könnte man allerdings ganze Bücher füllen und mehr erwarten.
Karpov lässt sich stattdessen Zeit für die Schilderung seiner Kindheit, der Familienverhältnisse und für Zwischenmenschliches.
Nicht unwesentlich dürfte dabei der Erscheinungstermin des Buches mitten in Glasnost und Perestroika sein. Karpov hat auch zuvor schon Biografisches veröffentlicht (russisch: "Devjataja Vertikal" - "Die 9. Reihe"), später auch eine Partiensammlung ("My best Games") bei Edition Olms 2007. Dieser Band umfasst tatsächlich seine gesamte Karriere, aber mit wenig biografischem Kontext zu den Partien. Über die Matches mit Kamsky 1996 und mit Anand 1998 hat er gemeinsam mit Ron Henley ein Buch verfasst.
Doch zurück zum Gegenstand unserer Rezension. Der Anfang des Buches hat mich schon sehr überrascht. Seine früheren Arbeiten hätten mit Sicherheit nicht so dystopisch geklungen wie die Einführung in das vorliegende Buch, die sich nun wirklich nicht nach einem Schachbuch anhört - erst recht nicht einem von Karpov:
"What could I have understood then? Absolutely nothing. But I could distinguish good from evil. And these people gave off such evil that even I, a boy, was shocked. That is why, it seems, I remember everything, right down to the smallest detail.
I remember the white down floating through the room and the two bayonets flashing in the corners of the room. I am sure that this is my own memory, that it does not come from the stories my father, mother, and sister, Larissa, told, because these images of the room - the down flocks, the clumsy men in heavy overcoats, the chest drawers pulled out, their contents overturned, and the books splayed under their shelves like broken fans - I remembered all this from three distinct angles."
(Karpov on Karpov, S. 1)
So beginnt Karpov die Schilderung einer Hausdurchsuchung - jemand (er wisse bis heute nicht, wer) habe seinen Vater denunziert. Dies sei wenige Wochen vor Stalins Tod irgendwann Anfang 1953 passiert. Allerdings erscheint es zumindest knapp, dass es wirklich Karpovs (geboren am 23.5.1951) eigene Erinnerung war. Stalin starb am 5.3.1953. Der derzeitige Kenntnisstand ist m. W., dass wir uns an die ersten zwei bis drei Lebensjahre aufgrund der infantilen Amnesie nicht erinnern können und erst dann unsere eigenen Erinnerungen einsetzen. Aber es gibt sicher individuelle Unterschiede. Und die Forschung ist offenbar im Fluss.
Es ist sicher nicht übertrieben zu sagen, dass Karpov zwei große Vaterfiguren in seinem Leben hatte (und beide in für seine Karriere kritischen Momenten verlor). Auf die zweite kommen wir noch ausführlich zu sprechen. Die erste war sein leiblicher Vater. Eine Episode zu Beginn des Buches schildert das besondere Verhältnis:
"Here I must mention our balcony. Very few families had one in our building, and we were proud of ours. For me, it was like a springboard to the world outside. Swallows lived above the door on the balcony. They appeared every spring, completely unafraid of us. I fed them, but I was never able to tame one. This upset me to the point of tears. 'You're wrong,' my father told me. 'For your small good deed - for a few crumbs - you expect something in return. But by doing so you'll destroy that good deed and turn it into a common transaction.'
'Didn't you teach me that everything has a price?'
'But you already got your payment, son. Think about it: Why did you feed the birds? Because they were hungry? No. It was simply because you wanted to. You wanted to - they didn't ask for it. You did it, and you were happy when you saw how they ate it.'
'But I really want to ...'
'If you really want to, then do something more for them, think of something and do something really great for them so that they'll believe in you, so that they'll come to you themselves. But you gave them just a little bit, and you want a great deal in exchange.'
'For them to eat from my hand - that's a lot?'
'Of course! That's a huge payment. Essentially you want them to give up their freedom to you for these crumbs.' "
(Karpov on Karpov, S. 3)
Als Spieler hatte Karpov großen Einfluss auf die Schachgeschichte - weniger wegen eröffnungstheoretischer Neuerungen (derer es via Igor Zaitsev und vieler anderer als Ideengeber durchaus einige gab) als vielmehr wegen seines einzigartigen Stils und seiner Dominanz Mitte der 70er bis Mitte der 80er Jahre. Er hält mit über 160 Turniersiegen den Rekord auf diesem Gebiet. Es dürfte wohl kein Zufall sein, dass eines seiner ersten Schachbücher eine Partiensammlung Capablancas war. Ähnlich wie der geniale Kubaner hatte Karpov eine ausgeprägte Intuition für die optimalen Felder seiner Figuren und verstand es meisterhaft, gegnerisches Gegenspiel zu unterdrücken. Kramnik schildert eine Situation, in der Karpov einen eher kleinen Vorteil hat so: "Es wurde nun laviert und hin- und hergezogen, während scheinbar nicht viel passierte. Aber Karpov gelang es dabei für gewöhnlich, seinen Vorteil zu vergrößern."
Korchnoi
So wie es zwei Vaterfiguren für Karpov gab, gab es zwei große Antagonisten - sowohl sportlich als auch menschlich. Das waren natürlich in den 70ern bis zum Beginn der 80er Viktor Korchnoi und anschließend Garry Kasparov. Das Verhältnis zu Korchnoi stellt er zwiespältiger dar, als man es erwarten könnte:
"My association with Korchnoi is linked with many difficult moments, dark thoughts, disappointments, and despair, but I have nothing against Korchnoi. He is the way he is, and I always accepted him as such. I tried to understand, and even forgive, him for all the bad things he did to me and, although it's very difficult, I have no animosity for him. Instead, there is pity and regret. Had he been different, not so quarrelsome and cynical, his life would have been much happier. My regret is for Korchnoi the person. As far as Korchnoi the chess player is concerned, he fulfilled himself as much as his strength and talent allowed."
(Karpov on Karpov, S. 71)
Er bedient sich jedoch desselben arroganten Tricks wie später bei Kasparov auch, indem er schreibt, Korchnoi als Person sei eher uninteressant für ihn:
"Korchnoi never occupied my imagination. His vision of how to construct and play a game was foreign to me. I sense brute force in it. I never wanted to imitate him. For me, he was simply a fact of chess life, an incomprehensible and - to be honest - not very interesting person. For me, he existed only when I looked at his games."
(Karpov on Karpov, S. 73)
Man kann Korchnoi sicher das eine oder andere vorwerfen. Aber dass er als Person uninteressant war?
Und noch eine weitere Beobachtung:
"He composed himself and moved the pieces energetically. His face smiled, but a poisonous and malicious joy swam in his eyes. He liked to show off his prowess, and liked to annihilate helpless opponents."
(Karpov on Karpov, S. 72)
Demgegenüber ist es vielleicht interessant eine frühe (rein schachliche) Einschätzung Korchnois aus dem Jahre 1970 über Karpov zu lesen:
"Karpov ist ein feinsinniger Positionsspieler, doch sein Spiel wird charakterisiert durch eine gewisse Trockenheit und äußerste Zweckmäßigkeit."
(Korchnoi, Schach 2/71, S. 37)
Das Zitat entstand nach der UdSSR-Meisterschaft 1970; 1. Korchnoi, 16/21, 2. Tukmakov 14,5, 3. Stein 14, 5. Karpov 12.
Als Karpov noch sehr jung war, pflegten beide durchaus gute Kontakte und spielten z. B. gemeinsam Bridge. Berühmt ist ein Trainingsmatch, für das Korchnoi den jungen Karpov zu sich nach Hause einlud. Auch hier trat Korchnois Ehrgeiz klar zu Tage, als es nicht lief wie gewünscht. Die folgende ist eine von mehreren lustigen Passagen im Buch. Karpov erweckt den Eindruck, Korchnois Frau Bela sei ihm auf ungewöhnliche Weise zu Hilfe geeilt:
"We repaired to the kitchen to eat. I have enjoyed his wife's cooking many times since that day, but on this occasion Bela was not in top form. One look at the plate was enough to see that what was on it was inedible. But I didn't know the Korchnois well enough to simply refuse. I took one spoonful and choked it down. I knew a second spoonful would kill me. An awkward scene followed. They tried to persuade me to eat, but I held my ground. Korchnoi ate his helping as if nothing were wrong, and we returned to the game. Not a smidgen remained of his former good mood."
(Karpov on Karpov, S. 78)
Etwas ausführlicher widmet sich das Buch dem 74er/75er WM-Zyklus, denn am Ende sollte die Krone für Karpov stehen, der noch zu Beginn der Presse diktiert hatte, dies sei (noch) nicht sein Zyklus. Für gemeinhin hielt man Petrosian und Spassky (also die alte Garde) für favorisiert, auch wenn Korchnoi noch älter war. Doch Karpov schaltete auf dem Weg zum Kandidatenfinale Polugayevsky und Spassky (nach Startniederlage) aus und traf im Finale auf Korchnoi, der u. a. Petrosian bezwungen hatte. So bestritten Karpov und Korchnoi de facto ihr erstes WM-Match bereits in diesem Zyklus, ohne zu dem Zeitpunkt mit Sicherheit zu wissen, ob Fischer antreten würde oder nicht. Das Ergebnis ist bekannt.
Furman
Zu dieser Zeit bestand bereits Karpovs Zusammenarbeit mit Semyon Furman, seiner zweiten Vaterfigur. Er wird auch nicht müde zu betonen, welch wichtige Rolle Furman stets gespielt habe. Hier zunächst Karpovs Einschätzung:
"But I've gotten ahead of myself, forgetting all that Furman did to help me in this match with Korchnoy. Many times I've thanked my lucky stars that I had the good fortune to meet him and work with him. I wonder if he hadn't died in 1978 how my matches with Kasparov would have turned out. Without a doubt they would have been different. Because, thanks to Furman, I would have been different. I would most certainly have continued to grow and develop with each year."
(Karpov on Karpov, S. 82)
Und ergänzend einige Beobachtungen von Genna Sosonko aus seinem Buch "Russian Silhouettes":
"Tolya was seventeen and, although he was already a master, and in spite of a rare combination of talent, will-power and character, there was much in chess he did not yet know. As observed Alla Furman: 'When Syoma (Kosename für ihren Mann Furman, d. A.) was helping Botvinnik or Petrosian, he would go away to work, for a week, a fortnight or longer, but when Tolya (Kosename für Anatoly, d. A.) appeared, he became everything.' Can it be said that Tolya occupied a special place in his life? 'Certainly, indisputably, he loved Tolya unreservedly. For all these ten years, they were inseparable. When Syoma passed away, Tolya said that during the last ten years Syoma had spent more time with him than with me. This was true. There were endless preparations, training sessions, tournaments, trips away. He was not with his family, with his son, with me, but with Tolya.'"
(Sosonko, "Russian Silhouettes", S. 124)
Sosonko führt weiterhin einige Dialoge zwischen Furman und Karpov an, bei denen man schmunzeln muss und laut Sosonko nicht immer klar ist, wer der bedeutend Ältere/Reifere von beiden ist. Wenn es allerdings um Schach und die Analyse von Hängepartien ging, verstand Karpov keinen Spaß.
"I remember a game with Vladimir Savon that was decisive for both of us, for the national championship in Leningrad. I laid down a tremendous assault and at one point had a chance to win, but Savon sensed the danger and deflected it. Still, the game was adjourned heavily in my favor. Furman took the rest of the game and went home to work on it. At dinner Tal and I exchanged opinions on strategy. But I was too exhausted to sit a few more hours at the board when I knew that my coach had already taken his burden upon himself.
In the morning Furman appeared with a completely different plan. I believed him almost blindly. Everything was in order, so I didn't bother to check it. When the game was resumed, such a hole opened up in his plan that I barely escaped, barely crawled to a draw. I began to look for the explanation as to how Semyon Abramavich could think up such nonsense. And then suddenly, by chance, I found out that he killed the whole evening at bridge and only at the last moment threw down the first thing that popped into his head."
(Karpov on Karpov, S. 91)
Furman galt als leidenschaftlicher Bridge-Spieler. Beteiligt bei dieser Bridge-Runde war übrigens auch Irina Levitina (gemäß Sosonko in "Russian Silhouettes") - die einzige Person, die bislang sowohl im Schach als auch im Bridge Olympia-Gold gewann.
Wenn Karpov die Vorbereitung auf den 74er/75er WM-Kampf beschreibt, bemüht er mit Blick auf Bridge drastische Bilder vom Exorzisten. Dabei soll er selbst recht gut Bridge gespielt haben:
"Neither before nor after did I ever work at chess so diligently. Furman and I worked out an overall concept and psychological strategy. I sought out weak lines in the armor and fencing artistry of my opponents. Tactics were devised for winning right here, for delivering the strongest blow right here.
For Furman, this work turned out to be the best medicine against bridge. It exorcised bridge, like an illness, from him, leaving a melancholy feeling in its wake, as after any passion."
(Karpov on Karpov, S. 99)
WM-Kampf Baguio 1978
Einen Kulminationspunkt stellte das WM-Match 1978 in Baguio gegen Korchnoi dar, der nunmehr seit 1976 Dissident war und natürlich aus Sicht der Sowjets auf gar keinen Fall gewinnen durfte.
Die Liste der Tricks und Skandale in diesem Match ist lang. Karpov lässt das im Buch auch anklingen:
"Each match has its own face. Each has some feature which distinguishes it, making it unique and unforgettable. The match in Baguio was the most troublesome and most scandalous competition of all the ones I have ever been part of."
(Karpov on Karpov, S. 126)
Der stets eher zurückhaltende Robert Hübner äußerte sich - befragt nach dem Fischer-Spassky-Match und dem Kalten Krieg - wie folgt:
"Es hat meiner Meinung nach auch 1972 im Wettkampf Spasski/Fischer in Reykjavik zwischen den beiden Kontrahenten kein »psychologischer Krieg« stattgefunden. Etwas anderes mag es 1978 bei dem Wettkampf Karpow/Kortschnoi in Baguio City gewesen sein. Das ist auch der einzige Wettkampf, bei dem ich ein Übermaß an Einsatz schachfremder Mittel von seiten der Spieler sehen kann."
(Spiegel-Interview mit Robert Hübner und anderen, Spiegel 40/1981)
Ich möchte drei weitere Quellen empfehlen. Zunächst die Artikelserie "Alan Brodbeck - der Anwalt der Großmeister" und dort speziell Folge 1 in "Schach" 7/8 2023, S. 38. Hier werden die Ereignisse von Baguio recht ausführlich und vergleichsweise objektiv geschildert. Alle bekannten Skandale und Dramen wie die angeblichen Joghurt-Geheimbotschaften, Korchnois Yogis Didi und Dada von Ananda Marga (die im Matchverlauf wegen Mordverdachts des Spielsaals und später des Hotels verwiesen wurden), die Parapsychologen, der verweigerte Handschlag und einige mehr finden ihren Platz.
Weniger objektiv fallen bekannte Filme/Dokus aus: "Closing Gambit" ist eine Doku eher aus westlicher Sicht, die auch viele solcher Großmeister und Korchnois Sekundanten zu Wort kommen lässt. "Champion Mira" ist das russische Gegenstück (derzeit nur russischsprachig verfügbar) - als Drama/Spielfilm konzipiert und oft mit Propaganda-Vorwürfen konfrontiert. Was auch immer man von dem Film hält: er bietet schöne stimmungsvolle Bilder. Vielleicht auch, weil es fast ununterbrochen regnet ;-) Karpov selbst beschreibt im Buch, wie die Feuchtigkeit durch alle Ritzen drang. Er habe versehentlich zunächst einen seiner Koffer nicht geöffnet. Als es dann soweit war, hatten sich ansehnliche Pilzkulturen im Inneren des Gepäckstücks gebildet.
Zukhar
Drama gibt das 78er Match definitiv her - sowohl auf als auch neben dem Brett. Neben dem Brett drehte sich u. a. viel um den (Para?)Psychologen Zhukar. Offiziell in Karpovs Team, um im Falle von Schlafstörungen zu helfen. Nahezu von Beginn an im Match entbrannte ein Kampf darum, ob Zhukar im Spielsaal sitzen durfte und wenn ja, in welcher Reihe.
Hier zunächst Korchnois Sicht:
"He stared hard at me, trying to attract my attention. His connection with Karpov was indisputable. He sat without moving for the entire five hours - even a robot would have envied his power of concentration! - but whenever it was Karpov's turn to move, he simply froze. You could actually feel the colossal thought-work going on inside this man!"
Karpov und Team bemerkten schnell, dass Zukhar in Korchnois "Kopf gelangte" und ließen ihn seine Rolle spielen:
"In order to gather material, a psychologist has to observe. Zukhar chose a seat from which he could see both Korchnoi and me equally well, and he sat there without ever getting up. He took his role very seriously. And then someone decided that he was telepathically interfering with Korchnoi.
I understand my adversaries. If Zukhar didn't exist, than they would have had to invent him ...
Zukhar was a gold mine."
(Karpov on Karpov, S. 133)
Schon recht lustig sind einige von Korchnois Gegenmaßnahmen und wie Karpov darüber schreibt:
"Finally Korchnoi planted his people in the hall next to Zukhar and tried to distract him with conversations, or by walking by and "accidently" bumping him.
But he understood that the blows directed against him would ricochet against me, and deftly he parried them, carrying his cross with patience and bravery."
(Karpov on Karpov), S. 133
Weiterführend hierzu zitiert Kasparov in "My Great Predecessors Part V" Alexander Roshal:
"He must have remembered Zukhar from the Moscow match. As soon as Korchnoi gave grounds for thinking that he was afraid of hypnosis, this was immediately exploited. We knew perfectly well that Zukhar was no hypnotist, but we decided: if that's what the opponent wants, by all means! And the doctor himself became so carried away by his role, that he soon began to regard himself as virtually the main participant in the events. Before the games he did not have soup and did not drink water, so that he could then sit continuously for the full five hours at his 'battle station' on the 4th row."
(My Great Predecessors Part V, S. 329)
Man kann sich teilweise ein Schmunzeln nicht verkneifen. Im Video sind übrigens sowohl Zukhar als auch Didi und Dada zu sehen.
Im Verlauf des auf 6 Siege angesetzten Matches ging Karpov in einer Schlüsselpartie (der 17.) mit 4:1 in Führung. In einem berühmten Finale einer Partie, in der Korchnoi fast die gesamte Zeit großen Vorteil hatte, gelang es Karpov in Korchnois Zeitnot mit Turm und zwei Springern im Endspiel matt zu setzen. Als Karpov schließlich mit 5:2 in Führung lag, zweifelte niemand mehr an seinem Sieg. Korchnoi bewies jedoch echte Kämpferqualitäten und glich das Match innerhalb von vier Partien aus. Spätestens jetzt wurden sicher viele Leute in Moskau und anderswo nervös ...
Dann jedoch wollte der Herausforderer in der 32. Partie - beflügelt durch den Lauf - zu viel, wählte mit Schwarz eine zweifelhafte Partieanlage und verlor.
Dass sich Korchnoi - nunmehr 50jährig - 1981 erneut für das WM-Match gegen Karpov qualifizierte, ist bemerkenswert. Diesmal war der Verlauf allerdings einseitig und Karpov hatte bereits nach 18 Partien die 6 Siege zusammen.
Kasparov
Eine wohl einzigartige Rivalität in der Sportgeschichte verband Karpov bekanntlich mit Garry Kasparov. Sie spielten allein 5 WM-Matches, wobei das erste beim Stand von 5:3 für Karpov nach 48 Partien von FIDE-Präsident Campomanes abgebrochen wurde. Alle anderen Matches waren begrenzt auf 24 Partien und gingen jeweils über die volle Distanz.
Sehr ausführlich beschäftigt sich Kasparov mit den Matches in drei Bänden seiner vierteiligen Reihe "Garry Kasparov on Modern Chess". Schachlich ist er dabei um Objektivität bemüht, wobei die Engines zu Beginn der 2000er, als die Bücher entstanden, noch schwach genug waren, um später Raum für Entdeckungen zu geben. In der Beurteilung der Begleitumstände der Matches ist Kasparov (naturgemäß?) weniger objektiv. Sei es, wenn es um den Abbruch des ersten Matches geht oder um Karpovs Hattrick im 86er Match, als er einen 3-Punkte-Rückstand aufholte. Kasparov beschuldigte daraufhin einen seiner Sekundanten, Vladimirov, des Verrats von Eröffnungsgeheimnissen an das gegnerische Lager. Eine Behauptung, die bis heute nicht bewiesen ist.
Als ergänzende Lektüre empfehle ich daher Jan Timmans "The Longest Game". Zunächst einmal kann man Timmans Bücher fast blind empfehlen, da sowohl sein Schreib- als auch sein Kommentierstil ein Genuss sind. In dem Buch komprimiert er die Höhepunkte der fünf Matches. Er ist m. E. objektiver in der Beurteilung der Begleitumstände und hat den Vorteil leistungsstärkerer Engines auf seiner Seite, wenn es darum geht, einige Analyse-Irrtümer von Kasparov auszuräumen.
"In many sports, we have seen famous duels between two eternal rivals who made the achievements of all their colleague players look pale in comparison: Roger Federer and Rafael Nadal in tennis, Arnold Palmer and Jack Nicklaus in golf, Alain Prost and Ayrton Senna in the Formula 1 racing. But never was a man-to-man fight so penetrating, so thoroughly gripping, as the one between the chess champions Anatoly Karpov and Garry Kasparov.
In a period of six years, they played five World Championship matches against each other. All in all, they sat opposite each other for four full months; making 5540 moves in 144 games. By rights, this can be called the longest game that was ever played"
(The Longest Game, S. 7)
Karpov äußert sich im Buch hauptsächlich zum letzten Match - vermutlich, weil es mit dem Erscheinen des Buches nahezu zusammenfiel. Er trauert vergebenen Chancen nach - vor allem in der 8. und 9. Partie (beide endeten remis). Er verschweigt, dass er in der 8. Partie zuvor mit dem Rücken zur Wand stand und Kasparov vermutlich im Angriff klarere Chancen ausließ als Karpov in der Hängepartie in einem besseren, aber schwierigen Endspiel. In der 9. Partie allerdings stand Karpovs klarer Vorteil außer Zweifel.
Jan Timman zur Qualität des letzten Matches:
"The fifth and final match in New York and Lyon in 1990 was probably the best of them all. Even though Karpov was already approaching forty, he had not lost much of his strength, while Kasparov was at the height of his powers. Especially the first half of the match in New York showed an explosion of new ideas. This fifth match was much more interesting than Kasparov's later matches against Anand and Kramnik, and it also outshines Carlsen's (shorter) World Championship matches against Anand and Sergey Karjakin in quality"
(The Longest Game, S. 13)
Alles in allem sind Karpovs Ausführungen zu den Kasparov-Matches m. E. auf persönlicher und schachlicher (weil zu kurz) Ebene enttäuschend. Nachfolgend einige Beispiele aus dem Buch.
"Because of my sporting connivance, because of my Slavic laziness, Kasparov became world champion, although theoretically he should not have. I admit that I have responded to our combat without disciplined responsibility. In order for him to beat me, he wrung himself dry and everyone else who could bring him the slightest advantage. He did it all with great economy and caution. And I just couldn't gather myself together to fight him effectively."
(Karpov on Karpov, S. 178)
Karpovs Beurteilung von Kasparov ist offenbar gekennzeichnet durch nicht verheilte Wunden aus dem gerade beendeten WM-Match und vmtl. auch aus den früheren, speziell 1984, als es ihm nicht gelang, nach einer 5-0-Führung den notwendigen sechsten Sieg zu landen. Und evtl. 1987, als er nach 23 Partien in Front lag, Kasparov aber in der letzten Partie ausgleichen konnte und nach den damaligen Regeln ohne Tiebreak den Titel behielt.
Wie schon bei Korchnoi angemerkt, kommt wieder die "Nicht-interessant-genug-Keule":
"For six years now I've tried to kindle anger in myself toward Kasparov and fuse my anger into a sword with which I can truly smite him at least once, but I can't. He's just not interesting to me, and that's all there is to it."
(Karpov on Karpov, S. 178)
Ein weiteres Motiv, das häufiger auftaucht, ist das entgangene Match gegen Fischer. Karpov führt das als Nachteil gegenüber Kasparov an, der im ersten Match von Karpov Lektionen erhielt, was letzterem (via Fischer) versagt blieb.
"If only I had my duel with Fischer, my fighting level would be of a higher order. Once I had attained and mastered such a level - a level which is for Kasparov completely unattainable - I would have easily recalled it whenever necessary. But I know for certain that on my own I will never elevate myself to it. At times I'm angry that Kasparov received his stimulus for perfection and for his supergame from me and my game, but I never had such a chance and now I never will."
(Karpov on Karpov, S. 180)
Hier hat er im Bezug auf das Fischer-Match durchaus einen Punkt. Aber Kasparovs schachliche Stärken kleinreden zu wollen in dieser Art lässt Karpov am Ende ihrer sicher beispiellosen sportlichen Rivalität nicht gut aussehen. Kasparov fuhr in dieser Hinsicht einen komplett anderen Kurs und beschrieb Karpov so:
God given Talent
At the turn of the 1960s-1970s, when alarm was growing in the USSR about the lack of new world stars, there finally appeared an amazing young talent on the chess stage - Anatoly Evgenyevich Karpov (born 23 May 1951). His deep infiltrating style, subtle positional feeling, and extraordinary persistence, practicality and flexibility rapidly raised him to the very summit of chess.
(My Great Predecessors, Part V, S. 207)
Vielleicht wollte er hier einfach nur objektiv sein, vielleicht hatte er aber auch stets im Hinterkopf, dass es seine eigene Leistung bedeutender aussehen lässt, wenn er Karpov als den großen Schachspieler darstellt, der er zweifellos ist.
Hier jedenfalls noch markigere Worte von Karpov aus einem Interview mit Devreese:
Devreese: "Sometimes Kasparov was really steaming at the press conference in Frankfurt."
Karpov: "You know, some wild animals produce noise to impress their peers. That's why it's best to not let them out of their cages."
(My Most Memorable Interviews, S. 38)
Uff!
WM-Kampf und Abbruch Moskau 1984/85
Auch wenn es im Buch viel zu kurz kommt und ich hauptsächlich externe Quellen bemühen muss, möchte ich noch auf den ungewöhnlichen Verlauf des esten WM-Matches zwischen Karpov und Kasparov eingehen. Zu relevant erscheint dieser für ihre weiteren Matches und für die Schachgeschichte im Allgemeinen.
Karpov, der sein Hauptaugenmerk im Buch wie gesagt auf das fünfte Match legt, beschränkt sich vor allem darauf zu bedauern, dass er aus dem 78er Match gegen Korchnoi nicht die entsprechenden Lehren gezogen habe. Auch dort führte er ja mit 5-2 deutlich. Neu war allerdings die 5-0-Situation.
Zunächst schildert Viktor Baturinsky - 1978 Delegationsleiter Team Karpov in Baguio -, was nach Karpovs 4:0-Führung (9. Partie) geschah und bietet zwei Erklärungsmuster:
"Ein unverzeihlicher strategischer Fehler
Als Kasparow am Rande der Katastrophe stand, änderte er seine Taktik. Der Herausforderer begann äußerst vorsichtig zu spielen, vermied das geringste Risiko und bot häufig in einem frühen Stadium Remis. Karpow verhinderte das nicht, strebte keine Verwicklungen an und gab sich gern mit einem friedlichen Ausgang der Partie zufrieden.
Während der andauernden Remis-Serie (10.—26. Partie) rieten ihm die Trainer nachdrücklich — es waren wie beim Wettkampf gegen Kortschnoi Igor Saizew und Juri Balaschow — sowie seine Freunde, unbedingt aktiver zu spielen, scharfe Varianten zu wählen und das Risiko, eine oder zwei Partien zu verlieren, einzugehen, aber das Match schneller zu beenden. Sie erinnerten ihn an die Erschöpfung und das Nachlassen der Kräfte bei den Wettkämpfen gegen Kortschnoi 1974 und 1978. Karpow hörte jedoch nicht auf sie. Er besitzt einen starken, strengen Charakter und liebt es, Entscheidungen selbst zu treffen.
Es gibt zwei Erklärungen dafür, was in diesem Kampfabschnitt geschah. Erstens entspricht ein risikoreiches Spiel überhaupt nicht dem Stil Karpows. Er hat nicht nur einmal erklärt, dass er 'richtiges' Schach spielt, was bedeutet, dass er die Stellung nicht "vergewaltigt". Zweitens, und das scheint meiner Meinung nach viel wesentlicher: Offensichtlich beherrschte ihn die Vorstellung, das Match mit 6:0 zu beenden und damit Kasparow einen psychologischen Schlag zu versetzen, um ihn so gedemütigt für die nächsten Jahre aus dem Feld der WM-Titelanwärter zu eliminieren."
(Das Schachgenie Karpov, S. 139)
Timman schildert den weiteren Verlauf:
"The general expectation was that the first match between Karpov and Kasparov in Moscow would be a long one. But when Karpov was already leading 4-0 after nine games, the end seemed to be near. However, at that moment, an effect occurred that Fischer had pointed out: playing with the aim of consolidating a lead will not bring you success. Nevertheless, this was just what Karpov did, and the result was that after five months – with 48 games played – the match was stopped with the score being 5-3 in Karpov's favour. The last two games had been won by Kasparov, but even in those, there was no question of a clash between styles; Karpov was just exhausted, and he played without his customary accuracy."
(The Longest Game, S. 12)
Kommen wir nun zum Abbruch nach 48 Partien und zunächst zu Kasparovs Sichtweise:
"Shadow of Baguio
Who remembers now, after nearly a quarter of a century, why the match was stopped?! And if they do remember, who will they consider to have come off worse? Karpov, of course: they took away two points from him, and then also the chess crown! Who remembers that the FIDE President Campomanes was a close friend of Karpov, which he publicly admitted at his famous press conference? (Perhaps the only thing that has stuck is Spassky's catch-word —'Karpomanes'.) Do they remember that the entire bureaucratic apparatus of FIDE was on the champion's side? Do they remember the unqualified support that the USSR Sports Committee and the Praesidium of the USSR Chess Federation gave Karpov in his fight for the chess crown against his compatriot?! Fortunately, chess is objective, and who is the strongest is decided at the board. At that time the well-planned blows of fate did not hit their target. However, this was by no means due to lack of trying by those who organised them, and who in fact remained unpunished. Moreover, after February 1985 Campomanes several times declared that his decision to end the match was one of the greatest achievements of his term as President.
So that nothing like this should ever happen again, in my statements and books published twenty years ago I disclosed everything that I knew about what happened behind the scenes at our match. And now I should like to amplify my narrative with later evidence and opinions of those who witnessed the events.
My first win, in the 32nd game, simply dampened the triumphant mood in my opponent's camp, but the second, in the 47th game, and immediately after a third, in the 48th, radically changed the situation. The threat of defeat in the match became a reality for Karpov."
(Garry Kasparov on Modern Chess, Part II, S. 246)
Dies wird noch über mehrere Seiten mit Theorien fortgesetzt, das genannte Szenario - notfalls am Grünen Tisch - zu verhindern, was hier aber den Rahmen sprengen würde.
Dem sei noch einmal Jan Timman gegenüber gestellt, der der Frage nachgeht, wer zu diesem Zeitpunkt die besseren Chancen gehabt habe. Er zitiert sich dabei in "The Longest Game" selbst und bezieht sich auf einen Artikel in "New in Chess" 4/1985, der mir leider nicht vorliegt. Zunächst führt er drei Meinungen an, die davon ausgehen, einzig die Anzahl der Partien, die Kasparov zum Sieg benötigt, sei unklar. Zu deutlich sei Karpovs Erschöpfung. Und fährt dann fort:
" Superficially, the termination of the match can be seen as a friendly turn (for Karpov, d. A.). Someone who has gone deeper into the situation must come to the conclusion that Karpov has not been done a favour, however (...) Admittedly there was a realistic chance that Kasparov would bring the score to 5-4. Then, however, a new instinct would undoubtly awaken in Karpov, i. e. that of alertness (...) From the moment that he took over the world title without fight, Karpov has been systematically underestimated. "
(The Longest Game, S. 75)
In der französischen Dokumentation "When Chess became War" kommen im Nachgang noch einmal viele Zeitzeugen - u. a. Karpov und Kasparov - zu Wort, aber die Aussagen zum Abbruch bleiben spekulativ.
Karpov verlor das neu angesetzte Match 1985 mit 13:11 und konnte Kasparov auch in drei weiteren Matches nicht besiegen. Der WM-Kampf in Sevilla 1987 endete 12:12.
Der zeitliche Rahmen des Buches endet kurz vor Karpovs 40. Geburtstag und damit wäre heute vermutlich jede Schachkarriere weitgehend auserzählt. Nicht so bei Karpov: Nach Kasparovs Bruch mit der FIDE 1993 erlangte er durch einen Matchsieg gegen Timman den FIDE-Titel zurück. Er verteidigte ihn 1996 gegen Kamsky und 1998 - unter kontroversen Umständen - gegen Anand. 1999 wurden die Regularien geändert und Karpov verzichtete auf eine Titelverteidigung.
Auch in die Zeit nach dem Buch fiel sein triumphaler Erfolg beim Turnier in Linares 1994 mit 11/13 (2,5 Punkte Vorsprung vor Shirov und Kasparov) bei einer Performance von 2985.
Er beging in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag und ist momentan der älteste lebende Weltmeister.
Fazit
Alles in allem ein Buch, das sich spannend und flüssig wegliest und vor allem zu Beginn immer wieder überrascht. Leider verschenkt es Potential und Glaubwürdigkeit durch die einseitige Schilderung der Rivalität mit Korchnoi und Kasparov.
Letztlich eine sehr subjektiv gefärbte Autobiographie, bei der es schwer fällt, alle Einschätzungen zu teilen. Aber sie liefert viele Details, die bislang hinter den Kulissen blieben. Für schachgeschichtlich Interessierte daher eine Empfehlung.
Reyk Schäfer
Quellen
Online-Texte (per 22.08.2026)
- Echarri, Miquel (El País): Parapsychologists, sects and secret services: Remembering the most tense chess game in history
- Spiegel: "Irresein als Berufskrankheit?", Interview mit Robert Hübner u. a., Spiegel 40/1981
- Wittig, Frank (SWR): Infantile Amnesie - Kinder können Erinnerungen früher speichern als gedacht
Videos
- Ashley, Maurice/Seirawan, Yasser: Today in Chess | Historic Championships: Karpov vs. Kortchnoi
- Byron, Alan (Regie): Closing Gambit: Korchnoi vs Karpov & The Kremlin (Baguio 1978)
- Korchnoi, Viktor (Chessbase): My life for chess: Korchnoi-Karpov 1978
- Meinas Archive: 1984 Kasparov vs Karpov – Rare Footage from Their First World Title Clash
- Meinas Archive: Chess Rivalry Explodes: 1978 Karpov vs Korchnoi – Unseen Battle!
- Sidorov, Aleksej (Regie): Champion Mira (Baguio 1978)
- Roche Productions: When Chess became War (Karpov/Kasparov)
Bücher/Zeitschriften
Baturinski, Viktor: "Das Schachgenie Karpow", Sportverlag Berlin, 1991
Devreese, Gert: "My Most Memorable Interviews" Thinkers Publishing, 2022
Karpov, Anatoly: "Karpov on Karpov" Liberty Pubishing House, Inc 1990
Kasparov, Garry: "Garry Kasparov on Modern Chess, Part II" Everyman Chess, 2008
Kasparov, Garry: "My Great Predecessors, Part IV" Everyman Chess, 2006
Korchnoi, Viktor: "Chess Is My Life" Edition Olms, 2006
Sosonko, Genna: "Russian Silhouettes; New in Chess, 2001
Timman, Jan: "The Longest Game" New in Chess, 2019
Bildquellen (in der Reihenfolge der Verwendung)
- Cover Anatoly Karpov: "Karpov on Karpov" Liberty Pubishing House, Inc 1990 - eigener Bestand
- Cover Anatoly Karpov: "My best Games" Edition Olms 2007, "Deviataja Vertikal" Molodaja Gvardia 1979 - eigener Bestand
- Karpov 1967: Wikipedia; Karpov in 1967, Jack de Nijs
- Karpov/Euwe 1976: Wikipedia; Karpov with FIDE president Max Euwe and wife in 1976; Bert Verhoeff for Anefo - [1] Dutch National Archives, The Hague, Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANEFO)
- Korchnoi: Wikipedia; Korchnoi 1987; Bart Molendijk / Anefo
- Karpov/Korchnoi: Nationaal Archief; Max Euwe Schaakvierkamp in Amsterdam; Kortsjnoj (l) tegen Karpov; Fotograaf Molendijk, Bart / Anefo
- Furman: Wikipedia; unbekannt, Primärquelle: http://chess-news.ru/en/node/795?quicktabs_radio_chat_tabs=1&quicktabs_admin_chat=1&quicktabs_ratings_tabs=1
- Karpov 1979: Wikipedia; Rob Croes Collectie / Archief : Fotocollectie Anefo Reportage / Serie : Interpolis schaaktoernooi, Tilburg, 4e ronde Beschrijving : 4e Ronde, Anatoli Karpov achter het schaakbord Datum : 6 november 1979 Locatie : Noord-Brabant, Tilburg Trefwoorden : portretten, schaken, sport, wedstrijden Persoonsnaam : Karpov, Anatoli Fotograaf : Croes, Rob C. / Anefo Auteursrechthebbende : Nationaal Archief Materiaalsoort : Negatief (zwart/wit) Nummer archiefinventaris : bekijk toegang 2.24.01.05 Bestanddeelnummer : 930-5266
- Baguio: Wikipedia; Fog in Baguio as viewed from Mount Cabuyao; Cabajar - Own work
- Zukhar: Wikipedia; Roshal, Karpov, Zukhar 1978 unbekannt, Primärquelle: https://xchess.ru/match-za-zvanie-chempiona-mira-po-shakhmatam-1978-karpov-korchnoj.html
- Briefmarke Baguio: Wikipedia; World Chess Championship 1978 on a stamp of the Philippines; Unknown author
- Kasparov/Karpov 1987: Wikipedia; Karpov, with Kasparov (left) and Dutch Grandmaster Jan Timman (right) in Amsterdam, 1987, Bart Molendijk
- Karpov 1993: Wikipedia; Karpov in 1993; Stefan64
- Briefmarke Moskau: Wikipedia; Sowjetische Briefmarke aus Anlass der Schach-WM 1984, Post of Soviet Union
- Karpov 2017: Wikipedia; Russian chess master Anatoly Karpov, Veni Markovski
- Buchquellen: verschiedene Cover - eigener Bestand