6./7. Spieltag: Doppelrunde in Löberitz

Alle Jahre wieder ...

Danas Saisoneinstand Weihnachten und Silvester waren kaum vorbei, da stand schon das erste Spiel oder besser gesagt die ersten Spiele auf dem Kalender. Unsere bisher ungeschlagene Mannschaft ging bei der ersten Herausforderung des Jahres als Favorit gegen Naumburg und Sangerhausen an den Start. Der bescheidene Mannschaftleiter erklärte sich schon in seiner E-Mail vor der Doppelrunde, dass er durchaus mit 3 Punkten leben könne - diese reichten zu diesem Zeitpunkt aus, um die Tabellenführung weiter zu behaupten und so wurde auch diese Aufgabe als Primärziel des Wochenendes bestimmt.

Meine Reise begann, wie üblich, am Samstagvormittag mit einer Fahrt in Reyks Auto. Für 14.00 Uhr war die Runde angesetzt, jedoch trafen wir mit einem guten Vorsprung von 40 Minuten in Gut Mößlitz ein. Naja, nicht weiter schlimm – ein Großteil der Gegner hatte sich auch bereits eingefunden. Die erste Runde konnte also beginnen. Wir schlugen mit unserer vom Wertzahlschnitt besten Mannschaft auf, es spielten also Dana, Holly, Brain, Christian, Harald, Ich, Simon und Normi (in der Reihenfolge) mit.

As much as possible

Gut Mößlitz, Bienenwagen Florian Wendling fragte mich noch kurz vor der Partie, ob es nicht überflüssig sei, mit Normi und Dana gegen Sangerhausen anzutreten, aber ich denke, es war taktisch richtig; nicht zuletzt, um auch Dana mal wieder spielen zu sehen. Normi jedoch bemerkte schnell, dass es sinnvoller gewesen wäre Pauline hätte antreten zu lassen, da diese aus logistischen Gründen sowieso zur Verfügung stand und sie erst mit der zweiten Mannschaft gegen den unerwartet Mitgereisten Martin Sieber gewonnen hatte. Der 1.d4-Vorbereitete Normi musste also doch wohl oder übel auf 1.e4 umschwenken. Meine Vorbereitung war dann auch zu ungenügend, da auf einmal Christian Günther vor mir Platz nahm. Dass Normi dann doch unter keinen Umständen hätte fehlen dürfen, zeigte sich, als Christian bemerkte, dass er sich mit der falschen Farbe vorbereitet hatte und so schnellstmöglich einen ersten Zug gegen Florian Heyder brauchte.

Mittelachse Zu den Partien: An Brett 1 spielte Dana gegen Michael Strache, welcher zu Normis und Reyks Verwunderung eher "Alte-Leute-Schach" spielte. Die Partie verlief also ohne weitere Spannungskurve und größere Höhepunkte. Das Ergebnis lässt sich also gut erraten: Remis.
An Brett zwei bekleidete Holly gegen Michael Hillman die Favoritenrolle. In der Eröffnung wurde ein Skandinavisch-Kraut ausgepackt, welches Holly mit gewohnter Solidität in eine vorteilhafte Stellung verwandelte. Aus dieser ergab sich anschließend ein Quallengewinn. Letztendlich gab die Stellung doch nicht mehr so viel her und Holly entschied sich den Mannschaftsgewinn mit einem Remis abzusichern.
Die Paarung am dritten Brett setzte sich aus Brain und Florian Heyder zusammen. Hier wurde viel überlegt und hauptsächlich um das Zentrum gerungen. Die Maschine siedelt die Partie jedoch fast immer um den 0-Punkt herum an, also gab es zu keinem Zeitpunkt DIE CHANCHE die Partie noch rumzureißen. Wie die beiden vorherigen Partien endete diese ebenfalls mit o,5 zu o,5. Als Zwischenfazit der ersten drei Bretter ist also klar zu sagen, dass da noch Potential nach oben ist.

Normi vs. Martin Christian, der sich schlussendlich doch noch für 1.c4 entschieden hatte, gewann irgendwie im Endspiel - nach eigenen Angaben -. An Brett 4 traf Harald auf Georg Bürckner. Nach einer anrüchigen schwarzen Eröffnung hatte sich Georg die Hochachtung der Maschine erspielt und lag mit +3 vorn; Dennoch schaffte Harald dann den Sieg. An meinem Brett hatte ich meine allgemeine Wohlfühlstellung, bis ich jedoch in Zeitnot komisch abwickelte. Durch einen Rechenfehler und unter Gewinndruck meines Gegners wendete ich dann doch noch das Blatt und gewann ebenfalls. Simon stand die ganze Partie lang leicht besser und wartete auf einen gegnerischen Fehler, der prompt auf dem Fuße folgte. Das letzte Brett war unspektakulär: Martin Sieber - Norman Schütze, Martin wurde im offenen Sizilianer überspielt.

Am Abend ging es dann zum Reserverestaurant Dorothenenhof nach Zörbig. Zusammen mit den Sangerhäusern wurde dort das ungarische Abendessen - nach langer Wartezeit - eingenommen und über den vergangenen Tag sinniert. Selbst unser Sieg trübte weder Stimmung noch Hunger.

The Awakening

Skandinavisch hält Sonntag: Nach einem üppigen Frühstück bei Uwe und kurzer Mikly- Motivation ging es dann zur Runde gegen Naumburg. Die Aufstellung wurde geringfügig geändert: statt Normi, der in der 2. Mannschaft spielen musste, kam Yogi an das 8. Brett. Naumburg spielte mit Roland Rümmler, Matthias Will, Florian Wendling, Bernd Salewski, Jens Haerting, Jens-Frieder Mükke, Steffen Kluge und Bernd Rößler - ebenfalls in dieser Reihenfolge -. An Brett Eins stand Dana schon aus der Eröffnung heraus etwas aktiver und schaffte es auch schnell durch eine gekonnte Abwicklung in ein Endspiel mit unglaublich interessanter Figurenkonstellation abzuwickeln. Auf R. Rümmlers Seite: Läufer, Springer, Turm vs. Dame und 3 Bauern auf Danas Seite. Letztendlich waren die Bauern dann doch zu schnell und Dana gewann ohne größere Probleme.
Gut Mößlitz, Garten Holly zeigte wieder sein schönes Zermalmerschach in einer Pirc Variante. Es reichte seine Figuren alle gut hinzustellen und auf den einen oder anderen Bauerngewinn zu warten. Als es dann zwei Mehrbauern waren, gab Matthias Will auf. Am dritten Brett, Brain vs. Florian Wendling kam, wie erwartet, Halbslawisch auf das Brett. Eigentlich ist das ja schon ein Grund für lange Bedenkzeiten und eine dynamische Stellung mit viel Potential (das "langweilig" verkneif ich mir). Jedoch war das Gegenteil der Fall: Brain erreichte durch aktives Figurenspiel auf dem Damenflügel schnell einen gesunden Mehrbauern und ließ diesen bis Ende der Partie nicht los. Die Spitze punktete also sehr souverän.
Oberhaus Christian fudelte sich mal wieder durch eine Christian-Stellung, welche sehr positionelles Spiel erforderte. Ein Druckaufbau auf der g-Linie ließ dem Gegner schon bald keinen Bewegunskomfort mehr. Diesem Druck war schließlich Bernd Salewski nicht mehr gewachsen und warf die Flinte ins Korn. 4:0 also. Bei Harald am 5. Brett kam eine Art Nimzo- Indisch zustande. Doch dann überopferte sich Jens Haertig und Harald verteidigte die Stellung (abgesehen von einem kurzen Aussetzer), bis er gegen Ende einen Turm und eine Figur mehr hatte.

Meine gefürchtete Vorbereitung ging wie gewohnt mal wieder nicht auf, mein Gegner schlug nicht mit geschlossenem Sizilianer, sondern mit einem offenen Sizi auf. Davon dennoch unbeeindruckt stellte ich erst mal meine Figuren nach Schablone auf und gewann auch schnell einen Bauern aufgrund eines gegnerischen Rechenfehlers. Schnell wurde meine Stellung aktiver und aktiver, bis ich schließlich in der Kulmination meiner Figurenstellung den Bauern wieder zurückgab um noch einfacheres Spiel zu erreichen. In der Analyse mit dem Gegner nach der Partie war er jedoch der Meinung, mit Rückgewinn des Bauern sei er über den Berg gewesen. Seine These bestätigte sich jedoch nicht. Binnen weniger Züge schaffte ich es, die gute Stellung in eine Gewinnstellung umzuwandeln und schnell war dann auch die Partie vorüber.
Roland punktet gegen Th. Heinrich Brett 7: Simon schaffte es diesmal aus dem Mittelspiel heraus ein sehr großes Übergewicht am Damenflügel zu erzeugen, welches sich dann als nur sehr schwer aufzuhalten erwies. Solide wurde auch hier der Gewinn abgetragen. Yogi hatte dann beschlossen die Naumburger Teamehre nicht gänzlich mit Füßen zu treten und entschied sich ein Remis abzugeben. Zuvor hatte er eine Stellung mit viel Raumvorteil aus einer Königsindisch-Struktur herbeigeführt. Mehr als Remis wäre aber zu Ende seiner Stellung nicht mehr unbedingt nötig und so wurde die "Stressfrei Lösung" gewählt.

Happy Ending

Familie Ozola-Reizniece Fazit nach dem Spieltag gegen Naumburg: 7,5 - 0,5 gutes Ergebnis. Die eigentliche Überraschung war, dass wir schneller als die 2. Mannschaft fertig waren. Reyk und Pauline wollten sich gerade noch spannende Endphasenkämpfe ansehen, als wir schon einpackten.
Zurück in Löberitz konnten wir noch Miklys Endspieltechnik bestaunen und sein erkämpftes Remis mit verfolgen. Anlässlich des Sieges ging es in unseren Stammgastronomiebetrieb in Rödgen. Unsere Lieblingskellnerin - die es verpasst hatte sich an diesem Tag Urlaub zu nehmen - freute sich auf die zahlreichen Zitronengrassuppenbestellungen, welche das Restaurant an den Rand der Bestände dieser Suppe brachten. Die Essenswahl verlief wie gewohnt: Reyk und Mikly verteilten sich auf Wildgulasch und Hamburger Schnitzel, letzteres kam auch bei mir auf den Teller. Pläneschmiedend für das nächste Pokalspiel verlief das Prä-Abendessen bei der belustigenden Schlagermusik des Lokals ohne weitere Höhepunkte. Es war also ein gelungenes Ende für das Doppelrundenwochenende. Der Urlaub der Kellnerin ist übrigens für das nächste Punktspiel bereits beantragt.

Frido

  SG 1871 Löberitz SV Sangerhausen 6,5:1,5
1 WGM Reizniece-Ozola, Dana Strache, Michael ½
2 Pröhl, Holger Hillmann, Michael ½
3 Schuster, Martin Heyder, Florian ½
4 Schindler, Christian Duchrow, Oliver 1-0
5 FM Matthey, Harald Bürckner, Georg 1-0
6 Mertens, Fridolin Günther, Christian 1-0
7 Spreng, Simon Brüning, Ulf 1-0
8 Schütze, Norman Sieber, Martin 1-0
  Naumburger SV SG 1871 Löberitz 0,5:7,5
1 Rümmler, Roland WGM Reizniece-Ozola, Dana 0-1
2 Will, Matthias Pröhl, Holger 0-1
3 Wendling, Florian Schuster, Martin 0-1
4 Salewski, Bernd Schindler, Christian 0-1
5 Härtig, Jens FM Matthey, Harald 0-1
6 Muekke, Jens-Frieder Mertens, Fridolin 0-1
7 Kluge, Steffen Spreng, Simon 0-1
8 Rößler, Bernd Bilawer, Andreas ½

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