3. Spieltag: SG 1871 Löberitz II - SV Merseburg II 3,5:4,5

6-stündiger Marathon

Der Berichterstatter wollte eigentlich an diesem Wochenende eine schnelle Partie spielen (analog zur 2. Runde in Hettstedt). Aber beim Kiebitzen am Samstag in der Oberliga (Gut Mößlitz bei Zörbig) wurde ich von Chevalier angesprochen, ob ich denn bereit wäre, den 3. Rundenbericht zu erstellen. Ich ahnte schon, dass das auch Auswirkungen auf mein Spiel haben würde, da ich nun ohnehin bis zum Schluss bleibe.
Am Sonntagmorgen begannen wir pünktlich 09.00 Uhr. Einzige Ausnahme war Reyk, der psychologisch wertvoll einige Minuten später eintraf. Als Oberliga-Scorer muss man den Gegner – in der Hoffnung, dass es beim ihm Spuren hinterlässt – eben warten lassen.

1. (nach ca. 75 min.)
Alle begannen zünftig und standen in ihren Eröffnungen gut. Reyk hatte seinem Gegner im Zentrum gleich einige Probleme bereitet, die der aber relativ gut löste.
Roland, der Ritter, einigte sich als erster auf remis. Mit Weiß (zum 3. Mal) konnte er seine Lieblingseröffnungsvariante, die wir alle kennen, anbringen.

2.
Reyk und Doc bekamen Remis-Angebote. Beide lehnten aus mannschaftlichen Gründen ab. Ihre Stellungen waren etwas undurchsichtig. Insbesondere beim Doc begann sich langsam das Blatt zu wenden, nachdem er seinen Gegner zu Beginn sehr offensiv attackiert hatte.

3.
Stephan Münzberg gewinnt einen Bauern. Jedoch im Gegenzug erfolgt der taktische Gegenschlag mit Qualitätsverlust für Stephan. Gegen einen erfahrenen Landesklassenspieler sollte man seine Spielweise überdenken und vorsichtiger agieren. Hier werden Fehler eher bestraft als in der Bezirksoberliga bzw. Bezirksliga.

4.
Fridolin Mertens spielt als Schwarzer gegen einen sehr jungen, aber auch sehr offensiven Spieler. Auf dem Brett "brennt" es. Fridolins Ruhe zahlt sich in Form eines Figurengewinns aus. Allmählich zerbröckelt die Stellung des Merseburgers.

5. (nach ca. 3 Stunden)
Das Schachleben ist manchmal grausam. Nach der anfangs sehr guten Stellung verliert Doc Reinhard. Der Gegner erobert einen Bauern, der sich dann auch noch unaufhaltsam dem Brettende nähert. Reinhard gibt kurz vor der Bauernumwandlung auf.
So etwas passiert oft. Demzufolge sollten wir die Lehre ziehen, dass man doch ein Remis-Angebot annehmen kann, obwohl die Mannschaft zwischenzeitlich schwierig steht. Wie man später sieht, wäre ein halber Punkt sehr wichtig für die Mannschaft gewesen.

6. (nach ca. 3,5 Stunden)
Chevalier Thomas opferte Material für einen starken Angriff. Einer seiner Bauern steht sehr weit vorn. Wir sind optimistisch. Fridolin gewinnt. Er wickelt den Figurenvorsprung ins Endspiel ab und hatte zum Schluss viele Bauern mehr auf dem Feld.

7. (nach ca. 4 Stunden)
Reyk macht remis in schwieriger Stellung (wie er sagt mit Glück; ich konnte nicht alles live verfolgen, da sich meine Partie allmählich zuspitzte).
Es steht 2 : 2.

8. (nach ca. 4,5 Stunden)
Christian Daus verliert durch einen leichten Figurenverlust, obwohl er zwischendurch, glaube ich jedenfalls, einige Chancen allerdings in gedrückter Stellung hatte.

9.
Chevalier überzeugt seinen Gegner von der Aufgabe und gewinnt somit zum dritten Mal in dieser Saison. Sehr stark.
Es steht 3 : 3.

10. (nach knapp 6 Stunden)
Stephan verliert nach langem Gegenhalten den Kampf. Aber mit einem Springer gegen einen Turm und Bauern sind die Chancen im Endspiel nicht allzu groß.
Meine Partie (zum 3. Mal Schwarz!) gestaltete sich relativ abtauschreich. Irgendwann waren jeweils nur noch die beiden Türme und fünf Bauern auf dem Brett. Im Mittelspiel hätte ich aggressiver spielen können, auch um meinen im Zentrum stehenden, für mich immer sehr wichtigen Springer nicht abtauschen zu müssen. Aber in der 1. Runde gegen Sangerhausen II machte ich - wie Ihr wisst schlechte Erfahrungen mit einem zu frühen Bauern- und Springervorstoß, so dass ich mich entschloss, abzuwarten und den Springer tauschen zu lassen ...
Das Schwierige an der Stellung war, dass die fünf Bauern auf beiden Bretthälften ungleichmäßig verteilt waren und somit bei ungerader Anzahl - Martin als Mathematiker wird dies bestätigen - sich 2 Bauern jeweils 3 gegenüber sahen. Meine Stellung war zu diesem Zeitpunkt etwas passiv, da ich im Unterschied zu meinem Gegner einen Bauern ständig mehrfach decken musste, so dass sich der weiße König gefährlich annähern konnte. Hinzu kam die Bedenkzeit. Zeitknappheit ist ja für mich kein Fremdwort.
Ich musste mich wieder einmal sehr sputen, erreichte jedoch eine offene Stellung, die auch "Fritz 12" als unentschieden ansah. 30 Sek. vor meinem Blättchenfall war die Partie aufgrund mangelnder Figuren nur die beiden Könige waren übrig geblieben remis.

Klaus-Dieter

  SG 1871 Löberitz II SV Merseburg II 3,5:4,5
1 Schäfer, Reyk Wiegand, Ronny ½
2 Franke, Roland Romanow, Werner ½
3 Mertens, Fridolin Knopf, Felix 1-0
4 Münzberg, Stephan Grehl, Tino 0-1
5 Fenske, Klaus-Dieter Litzkendorf, Joachim ½
6 Liesigk, Dr. Reinhard Sinner, Udo 0-1
7 Daus, Christian Rudolph, Dieter 0-1
8 Richter, Thomas Heynatz, Jürgen 1-0

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