Sometimes National League is a "Hard Pflaster"

(man muß National mit "Landes-" übersetzen)

Dana Gut drei Wochen nach unserem Adventsblitzturnier ging eine Woche vor dem 1. Advent (dies für alle zum Nachdenken!) das 3. Punktspiel der Saison 2003/04 über die Bühne. Und wie das eben dieses Jahr so ist, war das schon unser drittes Heimspiel. Also alles so wie immer, nach dem Motto - alle drei Wochen grüßt das Murmeltier? Weit gefehlt, denn diesmal verlief alles etwas anders.
Traditionsgemäß beginnt so ein Punktspielwochenende mit dem Freitagstraining, an dem letzte organisatorische Dinge geklärt und besprochen werden. Nachdem Normi (und damit dummerweise wir alle!) kein Schlüsselerlebnis hatte, mußte die schachgierige Menge einige Zeit warten, ehe uns Adrian erlöste. Ein paar Vereinsmeisterschaftspartien hier, ein paar Partieanalysen dort, sowie nicht unproblematische Nicht-Probleme (Stephies Endspiel vom Wochenende davor war eben keine Studie, aber da läßt sich sicher noch was dran drehenů) füllten den Schachraum mit Leben.
In der Hoffnung, daß mich am nächsten Morgen die Heizung mit einer entsprechenden (Zitat von Normi) "Grundwärme" versorgen würde, ging ich schlafen; natürlich nicht ohne ein wenig im englischsprachigen Entscheidungstheoriebuch "Making hard decisions" (man weiß ja nie, wofür es gut ist) zu schmökern. Leider erfüllte sich meine Hoffnung nach Wärme nicht und die Heizung zeigt mir die kalte Schulter, doch da Kl.N.s Handy nicht weit weg und Andreas bald zur Stelle war, war dieses erste Problem des Tages gelöst. (Das Handy hatte ich mir von Kl.N. ausgeborgt, schließlich gibt's in Löberitz nicht wirklich eine Telefonzelle. Die nächste wäre vielleicht in Zörbig auf dem Markt, aber auch die war ja - wie wir vom jetzt in Frankreich weilenden Heiko Z ehemals erfuhren - noch nicht immer da!
Nachdem ich den Tag mit allerlei "Studienzeugs" rumgekriegt hatte, wartete ab 17.30 Uhr der Kegelabend im Dorotheenhof auf uns. Team A konstituierte sich aus Holly, (der war nach eigenen Aussagen IMMER A, und wurde folglich auch in selbiges Team gesteckt) Bekka, Josi, Normi (dessen klägliche Versuche seinen Namen in Norman zu transformieren von hier nicht genannten Personen erfolgreich abgewehrt wurden), und dem Schreiber dieser Zeilen. Die Mitglieder des Teams B hießen: Oliver, Stephie, Sascha, Kl.N. Ronny uuuuuund DANA. Ja, nachdem sie die sicher etwas strapaziöse Hinfahrt hinter sich gebracht hatte, und den frühen Nachmittag bei Familie Reiß verbracht hatte, (mir soll zur Ohren gekommen sein, dass Uwe beim Abholen von Dana sogar so gut unterwegs war, dass noch nicht einmal der Kuchen fertig war!) versuchte auch sie sich beim Kegeln. Roland "Katze" Katz wäre wohl ob unserer Technik aus dem Kopfschütteln nicht herausgekommen. Wie er uns am Sonntag mitteilte, sind wohl 6 Punkte pro Wurf Durchschnitt, wir dagegen hatten Probleme die Hälfte zu schaffen. Team B konnte Team A bei zwei Spielen je 100 Wurf knapp besiegen, natürlich nicht ohne unfaire Mittel einzusetzen; aber trotzdem muß an dieser Stelle ein sportlich fairer "Glückwunsch" ausgeteilt werden.
Hand eines Spielers bewegt ... Am Abend wurde sich dann noch etwas vorbereitet, natürlich im Schachraum in Löberitz. Sprachliche Barrieren wurden mehr oder weniger gut überbrückt. Man muß sich halt daran gewöhnen, daß Würstchen "sausages", Bauern "pawns" und Tandem "swedish chess" heißen. Da heißt es, Flexibilität beweisen. "Swedish chess" hat es Dana wohl besonders angetan, nachdem vier Leute am Sonntag ihre Punktspiele beendet hatten, war klar, was auf dem Programm steht!
Da hätten wir ihn auch schon ins Gespräch gebracht: Den eigentlichen Punktspielsonntag. Da die Gäste ohne zwei ihrer Stammspieler anreisten, aber nur einen Ersatzmann mitbrachten, blieb (wie sollte es anders sein?) das Spitzenbrett auf Dessauer Seite unbesetzt. Daraufhin verpasste ich Holly den Namen Partieformularsparer. Dabei hatte er sich doch mental schon so gut vorbereitet und seine Jacke bereits am Abend vorher am Abo-Platz deponiert. Doch unser Spitzenbrett entwickelt ohnehin als eine Art Maskottchen bzw. Glücksbringer ungeahnte Kräfte. Dazu später mehr.
Man sollte denken, mit dem 1:0 im Rücken ließe sich leicht aufspielen, zumal an vier der restlichen sieben Bretter die Löberitzer die weißen Steine führten. Konrad behandelte die Eröffnung sicher nicht zum Besten, bekam aber bald ein Remisgebot, was postwendend akzeptiert wurde. Normi bekam ein solches ebenfalls; da zu diesem Zeitpunkt Ritter Rolandus ziemlich aussichtsreich stand, wurde nach Rücksprache mit den dafür zuständigen bzw. spielfreien Personen dieses auch angenommen. Natürlich wollte Normi gewinnen, und wird deshalb ab sofort solche Entscheidungen (wenn sie denn zur Debatte stehen) alleine fällen. Das proklamierte er, nachdem ich ihn ob des frühen Remisschlusses "gekitzelt" habe. Okay, also 2:1 für uns. Roland, der den nächsten ganzen Punkt anzusteuern schien, griff in Gewinnstellung leider fehl, so dass das Gegenspiel von Wolfgang Lübeck doch noch durchschlug. Damit wurde es natürlich richtig spannend. Wenn man sich die Stellungen an den übrigen Brettern ansah, sah es eher nach einem Sieg von SK Dessau aus, als dass wir Zählbares erreichen könnten. Ich stand klar schlechter, hatte einen Bauern weniger, während Dana gegen Roland Katz zwar einen Bauern mehr und das Läufer- gegen das Springerpaar hatte, doch war die Stellung keineswegs klar. Mikly hatte in freudiger Erwartung gegnerischen Materials selbiges geben müssen - eine Fesslung wurde übersehen. Sein Kopfschütteln darüber hinnehmend, schaute ich auf Reyks Brett. Dort wurde abwechselnd Remis angeboten und abgelehnt (Hier wird eben gekämpft!), jedoch erwies sich das Hin und Her für den letztmalig ablehnenden als suboptimal. Hans Kielstein hatte frohgemut die Punkteteilung verweigert, um dann im Turmendspiel doch noch das Nachsehen zu haben. So konnte Reyk einen sehr wichtigen Sieg für uns einfahren! Puh! Wundersames war bei Mikly passiert: Dr. Iziaslav Leibovitch hatte die Partie durch einen groben Einsteller aus der Hand gegeben. Da mittlerweile Dana gewonnen hatte, (ich hoffe, wir können die Partie hier noch sehen) war somit klar, dass wir den Kampf (es stand jetzt 4:2) gewinnen würden. Ich hatte mich in meiner Zeitnot irgendwie aus dem Schlimmsten "rausgemogelt", wohl auch, weil sich mein Gegner von meiner Zeitnot etwas anstecken ließ. Nun fand ich mich in einem Damenendspiel mit Minusbauern wieder. Mikly hatte ärgerlicherweise eine gute Siegmöglichkeit ausgelassen, so dass er sich jetzt, in einem T+L-Endspiel mit Mehrbauern befand. Beide Endspiele hätten sicher noch gespielt werden können, (schließlich hat man ja insgesamt 6 Stunden Zeit ;-)) doch man hatte allerseits ein Einsehen und einigte sich doppelt friedlich, womit der 5:3-Sieg perfekt war. Beobachter wollen an Holly eine neue Seite erkannt haben; nachdem Normi so schnell fertig war, fuhren er und Holly zum Auswärtsspiel der 2.Mannschaft bei Chemie Wolfen. Und prompt gewannen die mit 6:2, dazu herzlichen Glückwunsch. Dabei sei angemerkt, dass Hollys Anwesenheit keineswegs die gute Leistung der Spieler dort schmälern soll. Zur selben Zeit bahnte sich (wie berichtet) in Löberitz Böses an. Doch rechtzeitig aus Wolfen zurückgekehrt, 2. Mannschaft konnte Holly nun auch wieder in "alten Gefilden wirken". Plötzlich hatte Caissa ein Einsehen und der Kampf wurde doch noch gewonnen. An so einem Spieltag lohnt sich der "Einsatz" von Holly natürlich besonders, schade nur, dass Löberitz IV spielfrei hatte!

Als Tabellenführer werden wir nun am 14.12. zum ersten Auswärtsspiel nach Klostermansfeld reisen; da fällt mir nur eines ein: Good luck!

In diesem Sinne, bis bald

Brain

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