Das Schachmuseum Löberitz (3)

Museumslogo Besichtigungsmöglichkeiten
Das Museum hat keine festen Öffnungszeiten, ist aber in der Regel jeden Feitag von 17.00 bis 21.00 Uhr zu besichtigen. Weitere Termine können über Konrad Reiß (+49 (0)34956 / 25360 (privat), +49 (0)034956 / 60104 (dienstlich) oder über E-Mail vereinbart werden.

Gebäude (III)

Umfangreiche Renovierung des Gebäudes im Jahre 2000

Schachclub 2001 Nachdem für den Löberitzer Kindergarten der Bestandsschutz auslief, mussten dort gemäß einschlägigen Bestimmungen einige größere bauliche Veränderungen durchgeführt werden. In der gleichen Maßnahme sollten für den Löberitzer Fußballverein neue Vereinsräume geschaffen werden, da sich das bisherige Vereinshaus im Privatbesitz befindet und durch eine hohe Pacht den Gemeindehaushalt stark belastete.
Mit in die umfangreiche Baumaßnahme integriert wurden auch der Chorraum und der Schachclub, der Parkplatz vor dem Gebäude, das Dach und die Fassade des Flachbaus der Grundschule sowie die Gestaltung des Schulhofes.

Schachclub 2001 Chor und Schachgemeinschaft erhielten eigene Toiletten, da der Bestand der Schule in Zukunft nicht unbedingt gesichert ist, und durch die Baumaßnahme eine Unabhängigkeit der beiden Vereine gewährleistet werden kann. Die Maßnahme, die vor allem der damaligen Bürgermeisterin Heidemarie Funke zu verdanken ist, begann am Ende des Jahres 2000. Die Schachspieler nahmen den 130. Vereinsgeburtstag zum Anlass auch den Innenraum des "Schachclubs" zu renovieren. Einen großen Anteil an diesen Renovierungsarbeiten hatten Andreas Daus, der auch seinen Vater Horst Daus für die Fliesenlegearbeiten im Eingangsbereich mit einspannte, und wie gewohnt Thomas Richter. Als erste Veranstaltung, die im überholten Vereinsraum stattfinden sollte, war das Großmeisterturnier geplant. Die Arbeiten auf dem Schulhof hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen und so sollte die Festwoche zum 130. Vereinsgeburtstag für alle Schachfreunde die letzte Gelegenheit sein um auf dem alten Großfeld Schach zu spielen.
Die alte Großfeldanlage Die Großfeldschachanlage wurde übrigens im Jahre 198416) von den Löberitzer Schachspielern in Eigeninitiative und durch tatkräftige Hilfe des damaligen Bürgermeisters Klaus Funke gebaut. Die 8,5 m3 Beton haben die 17 Jahre fast unbeschadet überstanden und hätten sicherlich noch einmal solch eine Zeitspanne überdauert. Eine Schwachstelle hatte das Brett allerdings: Die schwarzen Felder mussten jedes Jahr nachgestrichen werden.
Der Schuppen, in dem die Großfeldschachfiguren standen und die Stühle, Tische, Zelte und ähnliches der Schachgemeinschaft eingelagert wurden, war zu diesem Zeitpunkt schon abgerissen. Als Ausgleich erhielt der Verein einen bisher ungenutzten Bodenraum im Gebäude. Hier wurde weitsichtig, neben der Nutzung als Lagerraum, in absehbarer Zeit ein kleines Schachmuseum geplant. Der Ausbau des Raumes sollte durch Eigeninitiative der Schachspieler realisiert werden. Als Beitrag der Gemeinde wurde allerdings die Errichtung einer Treppe zu diesem Bodenraum erwartet. Für die Gemeinde Löberitz würde diese geplante Einrichtung eine zusätzliche und gleichzeitig kostenlose Attraktion mit Außenwirkung bringen.
Die neue Großfeldanlage Am 18. August 2001 wurde mit einem "Tag der offenen Tür" die gesamte Baumaßnahme abgeschlossen und der Bau offiziell eingeweiht. Die Arbeiten waren an diesem Tag noch lange nicht beendet.
Da für die Treppe kein Geld mehr aufzubringen war, kam Bürgermeisterin Heidemarie Funke einen großen Schritt auf den Verein zu und übereignete ihm den vorhandenen unteren Raum, den ehemaligen Kohleraum der großen Heizungsanlage. Diese Geste war die Grundlage für weitere gezielte Bautätigkeiten durch den Verein.

2002 entstand das zweite Vereinszimmer

Schrankveteran Im Jahre 2002 wurden dann in diesem Raum ein Eingangsbereich, eine Herren-Toilette und eine Treppe für das Obergeschoss gebaut. Vor allem die Planung und der Bau der Treppe hatten es in sich, denn einerseits durfte die vorhandene Deckenstatik nicht verändert werden und anderseits verhinderte die Balkenlage einen großzügigeren Ausbau. Die Aufgabenstellung wurde von Thomas Richter großartig gelöst. Unter seiner Regie und neben den altbekannten Helfern brachten sich Dieter Trojahn (Maurerarbeiten), Gerhard Bombien (Fliesenlegearbeiten) und Andreas Daus (Elektrik) mit den unterschiedlichsten Gewerken ein. Gerade Andreas Daus muss hier hervorgehoben werden, denn ab dieser Zeit behielt er alle Elektroinstallationsmaßnahmen in seinen Händen.
Der Raum selbst, der umgangssprachlich den Namen "Vereinszimmer II" erhielt und eigentlich vorrangig für die Jugendarbeit vorgesehen war, wurde fast im Alleingang von Konrad Reiß ausgebaut und auch finanziert. Für die Verlegung des Laminatfußbodens zeigte wieder Thomas Richter Verantwortung. Ein alter Schulschrank wurde wieder aufpoliert und unter der Treppe entstand ein kleiner Lagerraum.
Damit konnte endlich dezentral an mehreren Stellen trainiert und gespielt werden. Am 24.11.2002 fand mit dem Spiel der Kinder AK U14 gegen Chemie Wolfen (LSN 793) der erste Wettkampf17) statt. Franziska Flegel, Josephine Reiß, Adrian Erhard und Viktoria Reiß gewannen dieses Eröffnungsspiel 4:0!

2003 begann der Ausbau des Obergeschosses

Der Ausbau des Museums beginnt 2003 begannen die Löberitzer Schachspieler mit dem Ausbau des Obergeschosses über dem zweiten Vereinszimmer. Hier waren noch mehr Arbeiten zu erledigen als in den anderen beiden Räumen.
Neben der Montage einer isolierten Zwischendecke musste auch ein Fußboden eingebaut werden. Die Gewerke lagen wieder bei Thomas Richter (Trockenbau, Fußboden), Konrad Reiß (Balken und Decke), Andreas Daus (Elektrik) und Thomas Bombien (Tapezier- und Malerarbeiten). Mehrere Arbeitseinsätze absolvierten auch Adrian Erhard, Sebastian Daus und Roland Franke.
Mit den Spenden mehrerer Schachfreunde und Mitteln aus dem laufenden Vereinshaushalt wurde die Baumaßnahme 2005 beendet.
Der Ausbau des Museums beginnt (2) Anfang 2006 wurde dann unter anderem noch mit Mitteln des Arbeitsamtes eine Heizung und eine Dusche mit Toilette eingebaut. Die ganze Installation wurde von unserem Dessauer Vereinsmitglied Harald Matthey18) bestens bewerkstelligt. Zum 135. Vereinsjubiläum war auch dies fertig.
Nicht ganz fertig wurden zu diesem Zeitpunkt die von Thomas Richter geschaffenen Bücherschränke der "Schachbibliothek". Doch im Februar 2007 war auch diese Hürde genommen. All das Geschaffene war mit viel Arbeit verbunden. Eigene Arbeit! Deshalb sind die Voraussetzungen gut, dass die Räumlichkeiten mit ihrem Inhalt auch in Ehren gehalten werden.
Im März kamen noch die Ausstellungsvitrinen zur Löberitzer Schachgeschichte (2.000 EUR) und ein Triptychon (800 EUR) für die Schachbriefmarken hinzu.
Der Ausbau des Museums beginnt (3) Zur Zeit der Fertigstellung dieser Broschüre wurden noch zwei große Vitrinen und Archivschränke in Auftrag gegeben. Da werden dann noch einmal knapp 2.800 EUR auf den Verein als Träger kommen. Es ist der bisher größte finanzielle Kraftakt für den Verein, doch eine treffendere Gelegenheit als das Jubiläum der 800jährigen urkundlichen Ersterwähnung von Löberitz kommt in überschaubarer Zeit nicht wieder.

Konrad Reiß

16) Löberitzer Schachchronik 1984, Band 4, S. 112-117
17) Löberitzer Schachchronik 2002, Band 27, 1984 S. 187 u.188
18) Harald Matthey (geb. 10.03.1956), FIDE-Meister

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