Doppelrunde Dippoldiswalde/Seeblick

Ausreißversuche

Infotafel Malter Die Liga-Planer hatten eine gute Dramaturgie für die 2. Frauenbundesliga Ost vorgesehen: Letzte Doppelrunde beim anderen Erstliga-Absteiger SZ Seeblick und das direkte Duell in der letzten der sieben Runden.
Der Freitag stand im Zeichen der Anreise zur Stammunterkunft "Paulsdorfer Hof". Nahezu direkt angebunden ist das Strandbad nebst Zeltplatz an der Talsperre Malter, was auch direkt zum (Indoor-)Schwimmen genutzt wurde. Erbaut wurde die Talsperre zwischen 1908 und 1913 und wird schon lange als Erholungsgebiet genutzt. Es gibt einen Aussichtsturm und die Dippoldiswalder Heide ist nahe gelegen. Die Gegend hat auf jeden Fall ihren Reiz, vermutlich im Sommer noch etwas mehr, aber auch im ausklingenden Winter.

Reisepartner Merseburg setzt auch auf den Paulsdorfer Hof Der unermüdliche Chevalier - diesmal im Kleinbus, begleitet von Konrad - auf dem Weg über Berlin nach Dipps. So sagt der/die Einheimische zur sächsischen Stadt - kein Wunder beim Wortungetüm Dippoldiswalde. Micha hatte sich zuvor von der Schanze in ausgerechnet einer der bergigsten deutschen Großstädte einen eigentlich beruhigenden Vorsprung auf den Kleinbus gesichert und ging als Erster in die Loipe auf die Schiene. Dank der Deutschen Bahn schmolz der Vorsprung zusehends, wurde aber ins Ziel gerettet. Am Rande des Rennens gab es noch einen erfolgreichen Ausreißversuch eines nicht ganz unbeteiligten Dritten.
Nach und nach trudelten alle zum Abendessen ein. Auch Reisepartner Merseburg hatte sich den Paulsdorfer Hof zur Stärkung auserkoren. Da wurde schon klar, dass sie das Wochenende trotz zahlreicher Begleitung und Unterstützung von Hund Wilson zu fünft würden bestreiten müssen.

Kurzkür

Die Nachhut kommt: Christine, Trixi, Bernd Von "Pflichtprogramm" zu reden, verbietet sich gegen den Tabellendritten GW Dresden. Der Kampf ließ sich dennoch recht gut an. Zuvor konnten wir noch einen weiteren Teil der Fangemeinde begrüßen. Die Mannschaft war non-playing durch Christine, Trixi und natürlich ML Bekka vertreten. Dazu kamen - wie schon in Deggendorf - Clauswitz-Forscher Bernd Domsgen sowie Olegs.
Den Vormittag nutzten einige zu ausgedehnten Spaziergängen entlang der langsam auftauenden Talsperre Malter. Chevalier mit der Komplettumrundung. Schließlich fanden sich alle im Saal des Hauses Seeblick wieder. Die Aussicht in der Tat perfekt. Dank an die Gastgeberinnen für ein reichhaltiges Buffet mit leckerem Kuchen und mehr.

Blick auf Haus Seeblick Wir konnten früh einen beruhigenden 2:0-Vorsprung verbuchen. Alina baute sich im Tarrasch gegen Peggy Flemming gewohnt aktiv auf, gewann die c-Linie bald entscheidend Material.
Dana hatte vermutlich einige Zeit keine ernsthafte Partie bestritten, aber mit Weiß und 1.c4 ist sie eine Macht. Petra Schulz behandelte ihren Königsinder etwa unkonventionell und vermischte wohl zwei Systeme. Das führte zu beständigem weißen Druck und zu einem schönen Mattangriff am Ende.

Elina verpasste gegen Martina Nobis ausgangs der Eröffnung einige taktische Möglichkeiten, die z. T. gut versteckt waren. Schließlich blieb nur ein Endspiel, das maximal Schwarz noch üben konnte. Remis.
Ilze konnte frühzeitig Druck aufbauen und das Feld d6 als Schwäche im Lager von Heike Germann ausmachen. Der Damentausch brachte Schwarz keine Entlastung und das Endspiel wie auch der Mannschaftskampf wurden zügig zu unseren Gunsten entschieden.

Vs. GW Dresden Laura beendete als nächste ihre Partie - wiederum mit einem Sieg! Die verspätete Rochade ließ den weißen Angriff von Katrin Dämering in einem Najdorf-Sizilianer ins Leere laufen. Die so angesammelten Vorteile äußerten sich im Endspiel dadurch, dass Lauras Freibauern im Wettrennen bedeutend gefährlicher waren. Auf ihren ungewöhnlichen Zeitvorteil angesprochen, äußerte sich Laura so: "Das ist dann manchmal so, weil ich etwas weiß."

Die letzte laufende Partie war ein Endspiel Agnesas mit Springer/Läufer gegen Olena Konovskas Läuferpaar. Hier sah es von außen etwas besorgniserregend aus - auch dann noch, als ein Läuferpaar getauscht wurde. Dass die Stellung aber durchaus zweischneidig war, zeigte eine schöne Idee für Schwarz von Dana, wenn Weiß nicht aufpasst. Am Ende eine präzise Verteidigung von Agnesa zum Remis und 5:1-Endstand.
Im Parallelkampf wehrte sich Merseburg - wie gesagt zu fünft - lange gegen die 2:4-Niederlage durch die Gastgeberinnen.

Abendmahl erneut im Paulsdorfer Hof Am Abend wurde der bekannten Küche vom Paulsdorfer Hof durch Agnesas Frage "Can you handle the twist?" eine weitere Note hinzugefügt. Da man den quietschbunten Bonbons nicht ansah, ob sich z. B. Kaugummi oder Zahnpasta bzw. Cola oder Hundefutter als Geschmacksrichtung offenbaren würde, hieß es keine saure Miene zum bösen Spiel zu machen. Es gab offensichtliche Glücks- und Pechtsträhnen zu bestaunen.
Bei der großen Geschenke-Runde "A century of chess" wurde u. a. Bekka glückliche Besitzerin einer wertvollen Schlafmaske.
Mit "Billard um halb zehn" wurde der gemütliche Abend beschlossen.

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Kür (?)

Endspiel gegen Seeblick Dippoldiswalde Am letzten Spieltag traten nun tatsächlich die Ränge 1-2, 3-4, 5-6 und 7-8 gegeneinander an! Obwohl wir am Vortag etwas aufholen konnten, hatten wir noch immer 2 Brettpunkte Rückstand auf den SZ Seeblick. Ein Sieg musste also her, um die Saison zu krönen. In solch einem Endspiel ist natürlich immer alles möglich. Zusätzliche Unterstützung an der Seitenlinie durch Sebastian und Peter Pallas war da nur zu willkommen.

Seeblick hatte sich im Vergleich zum Vortag um Rebecca Browning verstärkt, was sich sogleich bezahlt machen sollte. Elina geriet gegen Schottisch zunächst in großen Zeitnachteil und schließlich in ein schwieriges Endspiel, was in Summe zum 0:1 führte.
Alina konnte jedoch gegen Sarah Peglau mit ihrem zweiten Sieg am Wochenende fast postwendend ausgleichen. Der schwarze König wurde von der weißen Dame belagert und nach und nach wurden schwarze Bauern gepflückt, bis schließlich ein klar gewonnenes Damenendspiel mit drei Mehrbauern übrig blieb.

Fans auf Fensterbank Jetzt ging es in die überaus spannende Zeitnotphase. Agnesa konnte gegen Ulrike Rößler ihre optisch vielversprechende Angriffstellung nicht umsetzen und geriet in ein verlorenes Endspiel. Hier muss die Analyse zeigen, ob mehr drin war.
Auch Laura griff an, auch hier wurde es unübersichtlich, als Laura gegen Dora Peglau zunächst zwei Bauern und schließlich einen Turm ins Geschäft steckte. Der Turm wurde verschmäht, was zum Rückgewinn der Bauern und siegbringendem weißen Druck im Endspiel führte. Auch hier lohnt ein genauerer Blick auf die Partie im Nachgang.
7/7 für Laura - Hut ab! Aber auch alle anderen haben ihren Teil zu einer homogenen Mannschaftsleistung beigetragen.

Da wir zu diesem Zeitpunkt (Zwischenstand 2:2) über keine Gewinnchancen mehr an Brett 1 verfügten, war Ilze gezwungen ein Endspiel mit vier Bauern und Doppeltürmen gegen Gundula Heinatz' fünf Bauern + Dame auf Sieg zu spielen, obwohl ihr König für das Unterfangen eigentlich zu offen stand. Schließlich drohte Überziehen und dem Dauerschach war nicht mehr auszuweichen.
Analyse Dies war die Entscheidung im Aufstiegskampf, da Dana schlussendlich mit Läufer gegen Springer + Bauer über keinerlei Gewinnchancen mehr verfügte. Ausgangs der Eröffnung hatte sie eine strategisch vielversprechende Stellung, übersah jedoch einen taktischen Einschlag auf d6, wonach Charis Peglau auf Gewinn stand. Mit großem Kampfgeist rettete Dana das Remis, aber mehr war beim besten Willen nicht drin.

Merseburg unterlag Dresden, hatte aber bereits genügend Punkte gesammelt, um mit dem spannenden Abstiegskampf nichts mehr zu tun zu haben. Dieser wurde zwischen Zeulenroda und Leipzig-Lindenau erst durch die Drittwertung zugunsten der Thüringerinnen entschieden. Beste Punktesammlerinnen bei unserem Reisepartner waren Mariana Korniichyk (4,5/7) und Cornelia Moritz (3/5). Hier der Merseburger Bericht.

Löberitz-Haka Am Ende eines spannenden Kampfes stand also ein 3:3, das Familie Peglau & Co zum verdienten Aufsteiger machte - herzlichen Glückwunsch! Unsere Mannschaft schrammte nur um Haaresbreite am 1. Platz vorbei. Dank für die Saison geht zunächst an alle Spielerinnen, die oft weite Wege zurück legten, um engagierte Partien abzuliefern. Dank geht weiterhin an ML Bekka und Co-ML Micha fürs Organisieren, Vorbereiten und und und. Ein großes Dankeschön unseren großzügigen Geldgebern Familie Pallas, ohne deren Engagement die hohen Ligen nicht zu stemmen wären. Auch undenkbar das Teamgefüge ohne Chevalier und seine ungezählten Fahrt- und weiteren Einsätze. Hier haben im Hintergrund noch Konrad und sicher weitere Personen tatkräftige Hilfe geleistet. Alle, die ich vergessen habe, mögen sich bitte auch angesprochen fühlen bei der Danksagung :-)
Schauen wir also mit Optimismus auf einen neuen Anlauf kommende Saison.

Reyk

Agnesa Alina Dana Elina
Ilze Laura Bekka mit Maske Bekka, Dana haben Spaß
  SG GW Dresden SG 1871 Löberitz 1:5
1 WFM Schulz, Petra WGM Reizniece-Ozola, Dana 0-1
2 WFM Dämering, Katrin WGM Rogule, Laura 0-1
3 WFM Germann, Heike WGM Berzina, Ilze 0-1
4 Kosovska, Olena WIM Ter-Avetisjana, Agnesa ½
5 Nobis, Martina WFM Otikova, Elina ½
6 Flemming, Peggy CM Fichte-Rath, Alina 0-1
  SG 1871 Löberitz SZ Seeblick Dippoldiswalde 3-3
1 WGM Reizniece-Ozola, Dana WFM Peglau, Charis ½
2 WGM Rogule, Laura WFM Peglau, Dora 1-0
3 WGM Berzina, Ilze WIM Heinatz, Gundula ½
4 WIM Ter-Avetisjana, Agnesa WIM Rößler, Ulrike 0-1
5 WFM Otikova, Elina Browning, Rebecca 0-1
6 CM Fichte-Rath, Alina Peglau, Sarah 1-0

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