Hinweis: Klicken auf das Dreieck rechts unterm Brett schaltet die Varianten für das Nachspielen mit der Tastatur ein/aus.
Hier nun Teil 2 der Oberliga-Partienauswahl, Runde 1 und 2 für die Oberliga Ost. Die 2. Ebene mit Fokus auf der A-Staffel folgt noch einmal gesondert.
Der mit Abstand inhaltsreichste Kampf dürfte wohl der zwischen dem SC Kreuzberg und dem SK König Tegel gewesen sein. Was auch daran liegen dürfte, dass die junge Kreuzberger Mannschaft alle Partien auskämpft. Sei es, weil das einfach auch oft am schlausten ist und/oder aus Freude am Schach. Sechs Partien bzw. Fragmente aus diesem Kampf sind nachfolgend enthalten. Dabei liegt die Notation der potentiell ebenfalls interessanten Partie Rabiega - Dathe nicht einmal vor.
Tegel gewann diesen Kampf schließlich 5,5:2,5, aber es hätte auch durchaus umgekehrt ausgehen können. An Brett 2 lief zunächst alles glatt für Kreuzberg. Hier ein erstes Zitat aus dem Kreuzberger Bericht:
"Dafür spielte Johannes an Brett 2 sehenswertes Angriffsschach samt Figurenopfer gegen die schwarze Königsstellung, das vielleicht nicht immer ganz korrekt, aber am Ende doch durchschlagend war. Ein sehr gelungener Einstand!"
Johannes kam zu Saisonbeginn von Babelsberg (Empor Potsdam), wo er letzte Saison in der Oberliga Ost 2B das Spitzenbrett hütete und zuvor lange mit Jann (der nachfolgend auch zu Wort kommt) in einer Mannschaft gespielt hatte.
Ich habe übrigens keine Anhaltspunkte gefunden für Opfer in dem Sinne, dass Weiß einmal schlechter stand. Den Grundstein zum Erfolg legte möglicherweise eine clevere Eröffnungswahl.
Bildquelle: SC Wittstock mit freundlicher Erlaubnis
Johannes Tschernatsch (2315) - Clemens Rietze (2291) [B12]
OLOA 2526 SC Kreuzberg - SK König Tegel (1.2) 2025
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Fast alle Caro-Kann-Bücher empfehlen diesen "ultrasoliden" Zug. Nur Schandorff bleibt noch 3...d;e 4.f;e e5 treu. Man argumentiert, dass der Bauer auf f3 in der Französisch-Struktur nichts zu suchen hat. Johnsen/Hansen handeln die Fantasy-Variante (die sie Maroczy-Variante nennen) sehr kurz ab und meinen, sie hätten eher schon lieber Schwarz. Das ist sicher übertrieben. Zumal es offenbar Wege gibt, den Schwarzen schon mit dem nächsten Zug aus der Komfortzone zu bringen.
4. Bd3!?
Diesen Zug besprechen die Caro-Kann-Bücher nicht. Kein Wunder, taucht der Zug doch nicht unter Stockfishs Top 3 auf und opfert Weiß einfach den d-Bauern. Aber durchaus für gute Kompensation. Es ist die Art Zug, die geeignet ist, Schwarz aus dem Buch zu bringen, ohne gleich Haus und Hof zu riskieren. Absoluter Hauptzug ist 4.Sc3, wobei 4.Le3 zumindest immer mal noch erwähnt wird. Jann, der den Zug erfolgreich gegen GM Richter anwendete (s. u.), hat mir inzwischen geflüstert, dass 4.Ld3 eine Empfehlung von Gusti aus seinem Chessable-Kurs "Aggressive 1.e4" ist (ein Label, dem die Partie gerecht wird). Das adelt den Zug natürlich noch zusätzlich.
4... dxe4
Vermutlich objektiv nicht schlecht, aber es ist auch ein Tausch, den der Weiße grundsätzlich begrüßt, kann er doch nun mit der f-Linie anstelle einer geschlossenen Stellung operieren.
4... c5! ist wohl objektiv am stärksten. Ob Schwarz hier auf Dauer um d;e herum kommt, steht aber auf einem anderen Blatt. Nachfolgend eine Partie mit Deutschlands Jungtalent Christian Glöckler als Anziehender. 5. c3 Nc6 6. Ne2 dxe4 7. fxe4 Qh4+ 8. g3 Qd8 9. Be3 Nf6 10. Nd2 Be7 11. Nf3
4... b6?! Das ist sicher nicht das Beste, auch wenn es noch keine Katastrophe für Schwarz ist. Unser Jann konnte nun in der vergangenen Saison GM Michael Richter bezwingen. Dies lag aber letztlich an einem Fehler tief im Endspiel - Schwarz hatte zwischendurch Ausgleich. 5. c3 Ba6 6. Ne2 Qc8 7.
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42... Rd7? (42... Rd8
Te8 von Weiß musste verhindert werden.)
43. Re8 jetzt geraten die schwarzen Damenflügelbauern unter Druck. 43... Kf5 44. Bc5 a5 45. Rb8 Ne7 46. Rf8+ Kg6 47. Ke4 Nd5 48. Ke5 Nf6 49. Ke6 Rb7 50. d5 b4 51. Bd4 a4 52. Bxf6 gxf6 53. d6 Kg7 54. Rc8 b3 55. axb3 axb3 56. d7 Rb6+ 57. Ke7 Rb7 58. Rc1 1-0 Tiarks,J (2246)-Richter,M (2405) Oberliga Ost 2024 (9.3)
die konkrete Verbindung von 4...d;e mit 5...c5 erscheint zumindest nicht am glücklisten.
5... Qxd4 die Maschine will natürlich einfach fressen und gibt = an, was aus praktischer Sicht immer etwas bedenklich aussieht für die Seite mit dem Mehrbauern. Man muss Weiß also zumindest gute Kompensation einräumen. 6. Nf3 Qb6 7. e5 Ne7 8. Nbd2 Qe3+ 9. Kf1 Nd5 10. Ne4 Qb6 11. Qe2 Nd7 12. g3 Nc5 13. Kg2 Nxd3 14. Qxd3 Bd7 15. a3 Qa6 16. c4 c5 17. Rd1 Nb6 18. b3 h6 19. Be3 Bc6 20. Nxc5 Bxc5 21. Bxc5 Nd7 22. Bd6 Rd8 23. Qc3 b6 24. Rd3 Be4 25. Rd4 Qb7 26. Re1 Bxf3+ 27. Qxf3 Qxf3+ 28. Kxf3 h5 29. Red1 Rc8 30. b4 f6 31. exf6 gxf6 32. c5 bxc5 33. bxc5 Rh7 34. Re1 e5 35. Rd5 Kf7 36. Rdd1 Ke6 37. Rc1 Rc6 38. Red1 Rh8 39. h3 Rhc8 40. g4 hxg4+ 41. hxg4 Nxc5 42. Bxc5 Rxc5 43. Rxc5 Rxc5 44. Rd3 Rc4 45. Rb3 Ra4 46. Kg3 Kf7 47. Rc3 Kg6 48. Kh4 f5 49. Rc6+ Kf7 50. Kg5 fxg4 51. Kf5 g3 52. Rc7+ Kf8 53. Kf6 Kg8 54. Rg7+ Kf8 55. Rxg3 e4 56. Ke6 Ke8 57. Rg8# 1-0 Wartiovaara,O (2325)-Donchenko,A (2633) Titled Tuesday intern op 30th Jul Early Chess.com INT blitz 2024 (2)
6. c3 Nc6 7. Nf3 cxd4 8. cxd4 Bb4+ 9. Nc3 Nge7 10. Be3
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14. Nxf7?!
Das riskiert keineswegs, schlechter zu stehen. Es gab nur einen Zug, der sofort entschieden hätte. Wobei auch das keineswegs offensichtlich ist.
14. Qh5! Bxc3 (14... hxg5 15. Ne4 Nf5 16. Nxg5 Nh6 17. Nxf7!
)
(Macht Schwarz einen neutralen Zug wie 14... Bd7 , wird die Hauptidee deutlich: 15. Nce4 und nun droht Sf6+ in allen Variationen. 15... Nf5 (15... Rc8 15...Sf5 ist etwas zäher, aber nach dem Textzug verdeutlicht die weiße Idee am 16. Nf6+ Kh8 17. Nxf7+ Rxf7 18. Bxg6 Nxg6 19. Qxg6)
16. Nxf7 Rxf7 17. Qxg6 Rc8 18. Nf6+ Kf8 19. Bxf5 exf5 20. Nxd7+ Rxd7 und diese Königsstellung überlebt Schwarz nicht.)
15. bxc3 Bd7 16. Ne4 Bc6 17. Nf6+! gxf6 18. exf6 Qd5 19. Qh3 Nf5 20. Rf2 Nfh4 21. Bxg6 Nxg6 22. Qxh6
14... Rxf7 15. Rxf7 Kxf7 16. Qh5 Bxc3 17. bxc3 Qe8 18. Rf1+ Kg8 19. Rf3 Bd7?!
auch das etwas bessere 19... Nf5 verhindert den Einschlag auf h6 nicht. 20. Bxh6 gxh6 21. g4 Kh7 22. gxf5 exf5
20. Bxh6!
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Praktisch ist das schon extrem unangenehm für Schwarz.
20... Nh8??
Aber erst das verliert eindeutig.
20... gxh6 hilft auch nicht. 21. Qxh6 Bb5 22. Bxg6 Qxg6 23. Rg3
20... Bc6! der einzige Zug, um in der Partie zu bleiben. Wenn ich es richtig sehe, dient der Zug zum einen dazu, das Feld f8 für die Dame freizuschaufeln und deckt zum anderen den Läufer, was bei späteren Abzugsschachs relevant ist. In jedem Fall aber sehr schwer zu sehen. 21. Rg3 gxh6 22. Bxg6 Qf8=
21. Qg4 g6 22. Bc4 Kh7 23. Bg5 Ng8 24. Rh3+ Kg7 25. Qh4 Nf7 26. Qh7+ Kf8 27. Bf6 1-0 [Reyk Schäfer]
Weiter mit den Brettern 4 und 5 dem Kreuzberger Bericht:
"Aaron hatte an Brett 4 zwar eine Figur und seinen Vorteil verloren, kämpfte aber noch tapfer um das Remis. Auch wenn seine Bemühungen letztlich vergebens waren, hatten wir ansonsten inzwischen vielversprechende Stellungen auf dem Brett. Doch es war wie verflucht und eine Partie nach der anderen kippte: Freddy und Micha hatten mit Schwarz an Brettern 3 und 5 jeweils im Endspiel einen glatten Bauern mehr, konnten am Ende aber nur Remis sichern. Beide hatten auf Basis von Erinnerung (Freddy) und Vorbereitung (Micha) starke Eröffnungen gespielt, aber das letzte Quäntchen Glück war nicht auf unserer Seite."
In beiden Partien wäre bei optimalem Verlauf jeweils ein halber Punkt mehr für Kreuzberg drin gewesen.
Aaron Matthes (2217) - Michael Richter (2379) [D31]
OLOA 2526 SC Kreuzberg - SK König Tegel (1.4) 2025
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39. Rxa6??
39. Ra7+ Kc8 sonst ist es Dauerschach oder der a-Bauer fällt mit Schach. Jetzt kann sich Weiß aber dem e-Bauern widmen. 40. Re7=
39... Rg2+ 40. Bd2 e3 41. Rd6+ Kc7 42. Rd3 exd2 43. Rxd2
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43... Rg1??
Trifft die falsche Entscheidung, aber es war keineswegs trivial. Das Ausweichen vom Turmtausch ist dabei nicht zwingend falsch, nur ist es nicht so zwingend ;) und sollte nicht auf g1 erfolgen. Das Feld g4 war z. B. geeignet, damit der Springer auf e4 gedeckt sein wird.
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Und jetzt der Schlüsselmoment: Entscheidend ist, dem wK das Feld c4 vorzuenthalten. Alles Weitere ergibt sich. Auch der kurzfristige Materialgewinn muss sich dem unterordnen. 44... Nxa2?? (44... Nb5! Die Route über b1 nach a3 ist genauso möglich. 45. Kd3 Na3
)
45. Kd3!= Kc6 46. Kc4 Kc7 47. Kb5
44. Kd3
44. a3! auch hier gibt es ein bisschen Rechenaufwand wegen der Zwischenzüge, aber mittelfristig bekommt Weiß den a3. 44... Ne4 45. Re2 bxa3 46. Kd3 Nxc5+ 47. Kc4 Kb6 48. Ra2=
44... Kc6
und vom Rest ist allenfalls der Schluss nochmal notierenswert.
45. Rh2 Rg3+ 46. Kc2 Nxa2 47. Rh5 Rc3+ 48. Kb2 Nc1 49. Rh6+ Kb5 50. c6 Nd3+ 51. Ka2 Rc2+ 52. Kb1 Rxc6 53. Rh5+ Rc5 54. Rh3 Rc3 55. Rh5+ Nc5 56. Ka2 Rc2+ 57. Kb1 Re2 58. Rg5 Kc6 59. Rg6+ Re6 60. Rg4 Re4 61. Rg6+ Kd5 62. Rg3 Kd4 63. Kc2 Re2+ 64. Kb1 Nd3 65. Rh3 Kc3 66. Ka1 Kc2 67. Ka2 Nc1+ 68. Ka1 Nxb3+ 69. Ka2 Nd4 70. Rh1 b3+ 71. Ka1 b2+ 72. Ka2 Nb5 73. Rc1+ bxc1=B 0-1 [Reyk Schäfer]
Jonas Eilenberg (2346) - Michael Strache (2254) [C13]
OLOA 2526 SC Kreuzberg - SK König Tegel (1.5) 2025
30. b5 Rxa1 31. Rxa1 cxb5 32. Ra7+ Kd6 33. cxb5 Rxb5 34. Rxf7 Rb2+ 35. Kf1
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35... Ng4!
gewinnt einen Bauern, was für Weiß aber noch kein Problem darstellt.
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mit dem Springer nehmen 36... Nxf2 37. Bxf5! ist sofort remis.
37. Kg1?
37. Ke1! Rf3 nach dem Partiemotiv ...Tf3 wickelt Weiß einfach ins Bauernendspiel ab.(37... Ne5 38. Kxf2 Nxf7
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im Unterschied zur Partie kann Weiß forciert die Türme tauschen. Diese Stellung ist remis.) 38. Bxg4 fxg4 39. Rxf3 gxf3 40. Kf2=
38. Bxg4? funktioniert hier nicht 38... Rxg3+ deshalb war 37.Ke1 besser.
38... Ne5
Jetzt, da die Türme noch auf dem Brett sind, muss Schwarz 30 Züge lang leiden. Die restlichen 30 waren einfacher.
39. Ra7 Rb3 40. Ra2 Ke7 41. Re2 Kf6 42. Ra2 Ke7 43. Re2 Kf6 44. Ra2 Nc4 45. Kf2 Ne3 46. Rd2 Nc4 47. Re2 Ne5 48. Kg2 Nf7 49. Kf2 Rc3 50. Bg2 Ne5 51. Bh3 Rc8 52. Ra2 Rh8 53. Bg2 Ng4+ 54. Kg1 Rc8 55. Bh3 Rc3 56. Kg2 Ne3+ 57. Kf2 Nd1+ 58. Kg2 Rd3 59. Kh2 Nc3 60. Ra3 Rd2+ 61. Bg2 Nd1 62. Kg1 Nf2 63. Bf3 e5 64. Bg2 e4
64... Ng4! Vermutlich ist das schon gewinnträchtig. Micha: "Der Rechner gibt hier irgendwo einen Gewinn, ja. Den konnte ich leider nicht finden. ... Mir schien das eine Variante genauer/einziger Züge zu sein, die gewinnt. Vielleicht auch mehrere solcher Varianten." 65. Ra6+ Kg5 66. Bh3 e4 67. Ra8
65. Ra6+ Kg5 66. Re6 Rb2 67. Kf1 Nd3 68. Bxe4 Nc5 69. Bxf5 Kxf5 70. Re3 Kg4 71. Ke1 Nb7 72. Re2 Rb4 73. Kd2 Nd6 74. Kc3 Ra4 75. Kb3 Ra8 76. Kc3 Kxg3 77. Kd4 Nf5+ 78. Kc5 Kf4 79. Rf2+ Ke4 80. Re2+ Ne3 81. Re1 Rc8+ 82. Kd6 Kd4 83. Rh1 Rd8+ 84. Ke7 Ra8 85. Kd6 Ra6+ 86. Kd7 Kc5 87. Re1 Rd6+ 88. Ke8 Nc4 89. Kf7 Ra6 90. Rd1 Ne3 91. Re1 Kd4 92. Ke7 Nd5+ 93. Kd7 Nf6+ 94. Kc7 Nd5+ 95. Kd7 Nf6+ 96. Kc7 Nd5+ 97. Kd7 1/2-1/2 [Michael Strache, Reyk Schäfer]
Chronologisch das Schlusslicht bildeten die Bretter 6 und 7. Wir hatte den Kreuzberger Bericht an der Stelle verlassen, an der an 3 und 5 das Quäntchen Glück fehlte:
"Das wäre normalerweise auch nicht nötig gewesen, da Julian und Constantin an Brettern 7 und 8 (gemeint sind 6 und 7, d. A.) glatte Gewinnstellungen auf dem Brett hatten. Bei Julian dominierten seine Schwerfiguren und Freibauern in komplexer, offener Stellung das Brett, während Constantin sich in Seelenruhe 4 verbundene Freibauern gegen eine Figur rausgespielt hatte. Leider wurden aus Julians Matt in 11 und Constantins Abwicklung in ein gewonnenes Endspiel mit Mehrfigur nach jeweiligem Kollaps zwei Niederlagen, die den Endstand in ein 2,5:5,5 mit Mannschaftssieg für Tegel verwandelten. Manch einer unserer Spieler konnte es nicht fassen, denn selbst die Tegeler hatten zwischenzeitlich fast alle Hoffnungen fahren lassen. Da war mehr drin."
Julian Groetzbach (2186) - Marco Thinius (2353) [B42]
OLOA 2526 SC Kreuzberg - SK König Tegel (1.6) 2025
24. Ng3 Nc5 25. Qc3 Nxe4 26. Nxe4 Bxe4 27. Rd2 Qc5 28. Rd4 Ba8 29. Ng4 Rb6 30. Rfd1 Rdb8 31. R4d2 Bd5 32. Qg3 Be4 33. Qc3 Kf8 34. h4 Qf5 35. Kg3 Qc5 36. h5 Bf5 37. h6
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37... e5?
Schwarz hatte zunächst durchaus einen gesunden Mehrbauern, aber der Vorteil war hier schon weg. Jetzt kippt die Partie erst einmal weiter.
37... Bxg4! Natürlich schwierig, den Bg7 mit Schach zu geben. Aber interessanterweise sollte Weiß den Läufer nicht sofort nach dem Zwischenschach zurück nehmen. 38. Qxg7+ Ke8
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39. g6! (39. Kxg4?! Qf5+ 40. Kg3 Rb3+! 41. axb3 Rxb3+ und jetzt muss Weiß sofort den Turm zurück geben, da er sonst Matt gesetzt wird. Engine stuff! 42. Rd3! Rxd3+ 43. Rxd3 Qxd3+ 44. Kh4 Qe4 aber vermutlich behält Weiß beginnend mit Dh8+ genügend Gegenspiel.) 39... hxg6 40. h7 Ke7 41. Kxg4 Qf5+ 42. Kg3 Rb3+ 43. axb3 Rxb3+ endet im Dauerschach
38. hxg7+ Kxg7 39. fxe5 Bxg4 40. exd6+ Kg8 41. Kxg4
Jetzt steht der weiße König hinreichend sicher und der d-Bauer wird zur Macht. Dennoch ist diese offene Stellung für Menschen natürlich alles andere als leicht.
43. Qd3
43... f5+
43... Qc6
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Der Bauer ist eigentlich tabu, aber Schwarz war ohnehin objektiv jenseits von Gut und Böse.
45. Qf3??
verdirbt zum Remis. Es gab mehrere Gewinnwege.
45. Qg3 ist vielleicht am pragmatischsten. 45... Rxf6 46. Kh3+ Rg6 47. Rd8+ Kf7 48. Rd7+ Kf8 (48... Kf6 49. Qc3+)
49. Qf4+
45... Rxc4 46. Kh3 Qc8+ 47. Kh2 Rxe4
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48. Rxd6??
und das verdirbt gar noch zum Verlust.
48. Qxe4=
48... Rh4+ 49. Kg2 Qc2+ 50. Kf1 Qc4+ 51. Qd3 Qf4+ 52. Ke2 Qh2+ 53. Kd1 Qh1+ 54. Kc2 Rh2+ 55. Kc3
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55... Rh3?
das hätte die Partie beträchtlich verlängern können, wenn es nicht gar den Gewinn in Frage stellt.
56. Rd8+?
56. f7+! Kxf7 57. Rd7+ Kf6 58. Rd6+ Ke5 59. Rd5+! und Schwarz muss Damenendspiele üben.
Stefan Fruebing (2305) - Constantin Vogel (2186) [C07]
OLOA 2526 SC Kreuzberg - SK König Tegel (1.7) 2025
39. h5 Nf8 40. Ke3 g4 41. Bc6 Ke7 42. Kd4
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42... Nh7!
der h5 wird abgeholt. Aber noch hat Weiß ausreichend Gegenspiel.
44. Nc1! war jetzt allerdings Pflicht, um den g3 gedeckt zu halten. Weiß kommt dann dank des aktiven Königs mit 3 vs. 2 am Damenflügel mindestens ebenso gut voran wie Schwarz mit 4 vs. 2 am Königsflügel. 44... Nxh5 45. Ne2 Nf6 46. b3 h5 47. Kb6 Kd6 48. c4=
44... Nxh5 45. Kb6 Nxg3 46. Kc7
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46... Ne2!
Der Lc8 ist eh nicht die perspektivreichste Figur. Schwarz bleibt zunächst auf Kurs.
47. Kxc8 Nxf4 48. Kb7 h5 49. c4 bxc4 50. Nxc4 h4 51. Kxa6 h3 52. Ne3 g3 53. b4 Nd3 54. b5 f4 55. Ng2 Nc5+ 56. Kb6 hxg2 57. Bxg2 Kd6 58. Ka7
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58... Nd7?
Danach ist es nur noch remis. Aber wie so oft in solchen Partien soll es noch dicker kommen.
58... Ke5! Freibauernrennen mit verschiedenen Lauf- und Block-/Opferoptionen sind natürlich schwer zu berechnen. Hier sollte Schwarz seinem Sc5 vertrauen, der notfalls mit ...Ke5/d4 befestigt bleibt bei gleichzeitiger Mobilmachung der schwarzen Bauern. Selbst der mutwillig langsam anmutende Königsmarsch via f6-f5 gewinnt. 59. b6 Kd4 60. a4 (60. b7 Nxb7 61. Kxb7 Ke3
)
60... Ke3 61. a5 f3
59. b6 e5 60. b7 Kc5 61. Bh3 Nb8??
der Verlustzug
61... Kc4! die Diagonale g1-a7 ohne Tempoverlust für das Schachgebot der einziehenden Dame zu öffnen, ist mittlerweile der einzige Remisweg. 62. a4 f3 63. Bxd7 g2 64. b8=Q g1=Q+ 65. Qb6=
Außerhalb der chronologischen Reihenfolge zitieren wir für Brett 8 ein letztes Mal den Kreuzberger Bericht:
"Arthur hatte beim Kreuzberger Sommer ein extrem starkes Turnier hingelegt und zeigte auch gegen Tegel, warum sich seine Gegner vor ihm und seinem schnellen Spiel zu fürchten haben. Nach einem frühen Damentausch spielte er mit Weiß an Brett 8 ein gutes Mittelspiel gegen hängende Bauern, verlor dann aber selbst einen Bauern und konnte das Turmendspiel nicht mehr halten."
Auch hier war übrigens zwischenzeitlich die Tegeler Verwertung holprig. Zum theoretischen Hintergrund kann ich auch auf eine gerade begonnene Video-Reihe von GM Felix Blohberger verweisen. Im Auftaktvideo widmet sich Felix unserer Struktur, aber mit dem extra-d-Bauern. Er kündigt jedoch an, ggf. auch c-, b- und a-Bauer zu untersuchen.
Arthur Hoppe (2041) - Jonas Foerster (2218) [E16]
OLOA 2526 SC Kreuzberg - SK König Tegel (1.8) 2025
Würde man die Turmstellung vertauschen, könnte Weiß wohl remis halten. So kämpft er grundsätzlich für eine verlorene Sache. Als wichtigen Unterschied zum a-Bauern arbeitet Felix Blohberger im o. g. Video heraus, dass beim d-Bauern auch der eigene Turm hinter dem Freibauern im Gewinnsinne nicht hilft. Während beim a-Bauern diese Turmstellung normalerweise den Gewinn garantiert. Aber ohne weitere Twists wäre die Partie sicher nicht in der Auswahl ...
Konkret ist das hier ok und sogar der beste Engine-Zug, weil der schwarze König Vorsprung auf dem Weg zum Damenflügel hat. Stünde der schwarze König dagegen auf z. B. g6, müsste Schwarz mit ...h6 reagieren. Das ist grundsätzlich der sichere Weg bei dieser Turmstellung. Die Bauern bleiben verbunden und der schwarze Turm kann dadurch leichter Verteidigungsaufgaben am Königsflügel mit der Unterstützung des a-Bauern verbinden.
40. gxh4
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40... Kf5?
biegt für einen Moment in die falsche Richtung ab, was sich Weiß allerdings nicht zu Nutzer macht.
40... Kd5 41. Kg3 Kc5 42. Kf4 Kb5 43. Ra1 a4 44. Kf5 Ra6
41. Kg3?
41. Kf2! Damit gelingt Weiß der Austausch der Freibauernblockade Turm vs. König, der auch in der nachstehenden Partie Kortschnoj - Topalov untersucht wird. Ich gehe gleich noch darauf ein, warum es hier funktioniert und dort nicht. 41... Ke6 42. Ke3 Kd5 43. Kd3 Kc5 44. Kc3 Kb5
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45. Rf4 Nun hätte sich 39...g;h in Verbindung mit 40...Kf5 rächen können, da Schwarz die vereinzelten Königsflügelbauern nicht mehr effektiv verteidigen kann. 45... Ra6 46. Rf5+ Ka4 47. Rh5 Ra7 48. Rf5=
43. f4+ Ke6 44. Kh5 Kf5 45. Kh6 Kg4
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Was passiert eigentlich, wenn Schwarz versucht, den Bh7 zu behalten? Dann folgt ein sehenswerter Patttrick ...
45... Ra7 46. h5 Kg4 47. f5+ Kxf5 48. Rb4 a4
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49. Rb7!=
46. Kxh7??
Weiß musste den h-Bauern behalten, was ihm sofort für Remis ausreichendes Gegenspiel sichert.
46... f5!
47. Kg7 Kxh4 48. Kf7 Kg4 49. Ke7 Kf3 50. Kd7 Ke3 51. Kc7 Re6 52. Kd7 Re4 53. Rxa5 Kxf4 54. Kd6 Kg4 55. Kd5 Re1 56. Kd4 f4 57. Ra8 f3 58. Rg8+ Kh3 59. Rh8+ Kg2 60. Rg8+ Kf1 61. Kd3 f2 62. Kd2 Re5 63. Rh8 Rd5+ 64. Kc2 Ke2 65. Re8+ Kf3 66. Rf8+ Ke3 67. Rf7 Rd4 68. Re7+ Re4 69. Rf7 Rf4 0-1
[Reyk Schäfer]
Ich habe noch ein Turmendspiel mit ähnlicher Struktur zum Vergleich angefügt. Selbst bei dieser vermeintlich klaren Lage steckt der Teufel oft im Detail.
Viktor Lvovich Kortschnoj (2635) - Veselin Topalov (2630) [E66]
Pamplona 9495 5th/Pamplona 1994
Das ist sehr ähnlich zur vorhergehenden Partie Hoppe - Förster. Die Bauernstruktur am Königsflügel ist etwas vertauscht, was der schwächeren Seite grundsätzlich zugutekommen sollte. Dennoch sollte sich der Mehrbauer auch hier durchsetzen.
43. Ke2 Ke6 44. Kd3 h5 45. h3 Kd5
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46. g4 hxg4 47. hxg4 Kc5 48. Kc3 Kb5 49. Re4
"Nun soll der Kc3 anstelle des Turms den schwarzen a-Freibauern blockieren. Jetzt mangelt es aber den weißen Bauern an Schutz." (Dautov) Dieser Versuch ähnelt der Remisvariante im 41. Zug aus Hoppe - Förster. Allerdings sind hier zwei Faktoren nachteilig für die schwächere Seite: - Der weiße Turm kann den schwarzen f-Bauern nicht direkt frontal angreifen - Aber selbst wenn der weiße f-Bauer auf f3 stünde und Tf4 möglich wäre, kann Schwarz hier mit ...a4 nebst nebst ...Ta6 Angriff und Verteidigung effektiv verbinden, während Weiß keine Möglichkeit hat, den anderen schwarzen Königsflügelbauern wie in Hoppe - Förster zu attackieren.
49... a4 50. Kb2 a3+ 51. Ka2 Ra4 52. Re6 Rxf4 53. g5
53. Kxa3 Rxg4 (53... Kc5 gewinnt auch)
54. Rxf6 Kc4
zeigt das typische Verfahren, das später auch in der Partie zum Einsatz kommt.
54. Rxg6 Hecht 54... g4 55. Kxa3 Kc4 56. Kb2 Kd3 57. Kc1 Ke2
54... Kb4 55. Rxg5 Rf2+ 56. Kb1 Rf6 57. Rg4+ Kc3 58. Rg3+ Kd2 59. Rxa3 g5 60. Rg3 Rb6+ 61. Ka2 Rg6 62. Rb3 g4 0-1 [Rustem Dautov/ Hans-Joachim Hecht/ Reyk Schäfer]
Auch im Sonntagskampf der Kreuzberger wurden keine Gefangenen gemacht und sechs Partien entschieden. Von der maßgeblichen Partie am Spitzenbrett liegt leider keine vollständige Notation vor.
Kreuzberg sprach beim 4:4 gegen den Titelverteidiger ebenfalls von einem verlorenen Punkt, aber hier ließen z. T. auch die Schachfreunde Chancen aus:
Rainer Polzin (2393) - Maximilian Paul Maetzkow (2240) [B23]
OLOA 2526 SF Berlin II - SC Kreuzberg (2.6) 2025
1. e4 c5 2. Nc3 d6 3. f4 g6 4. Nf3 Bg7 5. Bb5+ Bd7 6. Bc4 e6 7. d4 cxd4 8. Nxd4 Ne7 9. Be3
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26. Nc5
Gewinnt die Qualität bei guter Stellung - what's not to like? Auf den dunklen Feldern ging es aber noch zwingender.
26. Nf6! Qa7+ 27. Rf2 Nd5 28. Rxd5 exd5 29. Qe5
26... Rxc5 27. bxc5 Bc6 28. Ne5 Nd5 29. Qd2
29. Qf3! mit der Idee T:d5/Df6+/Sg4 sieht entscheidend aus. 29... Qc7 30. Rxd5 Bxd5 31. Qf6+ Kg8 32. Ng4 h5 33. Nh6+ Kh7 34. Nxf7
29... f6 30. Ng4 Qe7 31. b4 a5 32. c3 e5 33. Ne3 Nf4 34. Qd6 Qb7 35. Rd2 Rf7 36. Rfd1 axb4 37. cxb4 Qa8 38. h3 Rd7
Nach und nach hat Weiß seinen Vorteil verspielt und die Stellung pegelt sich bei 0.00 ein, nachdem Weiß die Dame geben muss. Dabei ist nicht so klar, für wen sich die Stellung leichter spielt. Psychologisch natürlich für Schwarz, aber rein praktisch möglicherweise auch.
39. Qxd7+ Bxd7 40. Rxd7+ Kh6 41. Nd5 Ne2+ 42. Kh2 f5 43. Rd2 Nd4 44. Nf6 Kg5 45. Nxh7+ Kf4
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46. R2xd4+??
Funktioniert nicht, aber der Grat zum Remis war bereits schmal und schwer zu finden.
46. Rd3! der einzige Zug. Es gibt aber keine versteckten Mattmotive für Weiß, wie ich zunächst annahm. Wenn ich es richtig verstehe, geht es vor allem darum, den sK nicht nach e3 zu lassen. Die Variante endet beispielhaft im Dauerschach, nachdem Weiß eine hübsche Klippe umschifft. 46... Qa2 47. c6 Qc4 48. c7 Qxd3
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49. Rxd4+! (49. c8=Q?? verliert dagegen studienartig. 49... Nf3+! 50. gxf3 Qe2+ 51. Kg1 Kg3) 49... exd4 50. c8=Q Qg3+ 51. Kh1=
46. Rd1? zur Veranschaulichung, wenn Schwarz zu ...Ke3 kommt. Der König läuft weiter über ggf. e2 nach f2 und die Dame kann auf den dunklen Feldern Mattdrohungen aufstellen. So ähnlich kommt es ja schließlich auch in der Partie. 46... Ke3 47. Rd6 Ke2 48. Rc1 Kf2 49. Rxg6 Qe4 50. Rc3 Qe1
46... exd4 47. Rxd4+ Ke3 48. Rd6 Kf2 49. Rd2+ Ke3 50. Rd6 Kf2 51. Rd2+ Ke1 52. Rd6 Qe4 53. Rxg6 Qf4+ 54. Kh1 Kf2 0-1 [Reyk Schäfer]
Enfernt verwandt aufgrund der Material- und Mattkonstellation mit der vorhergehenden Partie (Variante beginnend mit 46.Td3 und dem schwarzen Fallstrick) ist die folgende Studie.
Klinkov=M - Black
Tidskrift for Schack 1967
Tidskrift for Schack/ correction: Garcia=M Estudios Artisticos de Ajedrez 2012.
1. Be5+ Qxe5 2. Rf6 Qg5 3. Rh6+ Qxh6 4. Qa1+ Kh7 5. Qb1+ Kh8 6. Qb2+ Kh7 7. Qc2+ Kh8 8. Qc3+ Kh7 9. Qd3+ Kh8 10. Qd4+ Kh7 11. Qe4+ Kh8 12. Qe5+ Kh7 13. bxa7 Rxa7 14. Qe4+ Kh8 15. Qd4+ Kh7 16. Qd3+ Kh8 17. Qc3+ Kh7 18. Qc2+ Kh8 19. Qb2+ Kh7 20. Qb1+ Kh8 21. Qb8+ Kh7 22. Qg8# 1-0
Im Berliner Parallelkampf ließ Tegel gegen Weiße Dame nichts anbrennen und ist mit 4:0 Punkten erster Tabellenführer. Ein Fragment aus dem Match:
Ingo Abraham (2151) - Jonas Eilenberg (2346) [D02]
OLOA 2526 SK König Tegel - SC Weisse Da (2.5) 2025
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21... Nxg3!
leitet ein hübsches Mattfinale ein
22. fxg3 Bxg3 23. Ng2 Qxh3 24. Bd3 Qh2+ 25. Kf1
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25... Rxe3!
Epauletten mit Extras sozusagen.
0-1 [Reyk Schäfer]
Neben der Berliner Doppelrunde bot auch die Einzelrunde Görlitz - Rotation ein (erweitertes) Spitzenspiel bereit. Dieses war tatsächlich etwas knapper als es den Anschein hat, da Rotation an 3 und 7 jeweils klare Gewinnstellungen nur remisierte.
An 3 agierte Rotations Top-Scorer der Vorsaison Wojciech Przybylski:
Wojciech Przybylski (2340) - Jachym Smolik (2407) [B15]
OLOA 2526 SV Görlitz 1990 - SC Rotation (2.3) 2025
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49... Ra8
Die Engine bewertet diese Stellung mit +5 für Weiß. Przybylski ist als Kämpfer bekannt. Aus Rotations Bericht zur 9. Runde der letzten Saison: "Somit blieb noch unser Kämpfer Wojciech, der seinem Gegner konditionell einiges abverlangte, indem er ein (ganz vorsichtig gesagt) remisliches Endspiel bis zum 4.(!) Partieformular knetete." Aber hier war vielleicht Zeitnot im Spiel und/oder man hat einfach die zündende Idee nicht, die vermeintliche Festung zu knacken. Diese besteht darin, mit dem König nach g7 zu laufen und dann die Qualität auf d6 zu geben. Ein Plan, bei dem Schwarz nur zuschauen kann.
49... Ra8 50. Kh6 Kf5 51. Kg7 Ke6 52. Rd6+ Nxd6 53. cxd6 Re8 54. d7 Kxd7 55. Kxf7
1/2-1/2 [Reyk Schäfer]
Insgesamt war der Görlitzer Sieg aber verdient.
Nachtragen möchte ich noch ein Fragment aus dem Kampf Löberitz - Plauen. Robert machte auf eine hübsche und versteckte Variante aufmerksam, die man beim schnellen Zappen durch die Partien gern mal überklickt.

Jacek Gdanski (2492) - Robert Stein (2415) [A14]
OLOA 2526 SG 1871 Löberitz - SK König (2.1) 2025
1. c4 e6 2. Nf3 d5 3. g3 Nf6 4. Bg2 Bd6 5.
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18... Nd5?!
Robert verpasst eine schöne Möglichkeit, gegen den etwas verirrten Tc7 zu spielen. Das war keineswegs trivial, weil Schwarz unterwegs u. a. den Bb4 opfern muss.
18... d5! 19. Nc2 Ne8 20. Re7 Nd6 21. Nxb4 Rfc8 22. Nxc6 Kf8! diesen kritischen Zug muss man bei der Vorausberechnung sehen.(nach 22... Rxc6?!
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sieht durchaus logisch aus, da nun vermeintlich entscheidend ...Kf8 droht. Weiß hat aber noch eine Riposte auf Lager. 23. e4! dxe4 (23... Kf8? funktioniert hier nicht 24. exd5 Rxa2! 25. Rxf7+ Kxf7 26. dxe6+ Kxe6 27. d5+! (27. Rxa2?! Rc1+ 28. Bf1 Rb1 gibt Schwarz einiges an Gegenspiel.)
27... Kf7 28. Rxa2 Rc1+ 29. Bf1 Rb1 30. Re2! Rxb3 31. Re6
im Gegenzug zur eben gesehenen Variante ist der schwarze König zurückgedrängt und Weiß hat einen gesunden Mehrbauern.)
24. d5 exd5 25. Re5 kann Weiß den Turm befreien und sich durch Druck gegen d5 aus der Affäre ziehen.)
23. e4 wie nach 22...T:c6 funktioniert hier nicht(23. Rd7 ist etwas besser, aber nicht so hübsch 23... Rxc6 24. e4 dxe4 25. d5 exd5 26. Rd1 Rxa2
)
23... dxe4 24. d5 bxc6 25. Rd7
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25... exd5! ja, genau - der Springer bleibt einfach ungedeckt. Ein malerischer Turmfang in der Mitte des Brettes!
18... Ne8 19. Re7 d5 ist wohl nur Zugumstellung.
Deckt den b7, während alle anderen b-Bauern hängen. Es ist wohl nicht mehr so viel los.
21. f3 Rfa8 22. Kf2 Rxa2 23. Rxa2 Rxa2 24. Nxb4 Ra5 25. h4 Bxb3 26. Rxb7 Ra8 27. h5 Bc4 28. g4 Ra1 29. Rc7 Bb3 30. Rb7 Bc4 31. Rc7 Bb5 32. d5 Rb1 33. dxe6 fxe6 34. Nc2 Rc1 35. Rb7 Rxc2 1/2-1/2 [Robert Stein, Reyk Schäfer]