Partienauswahl Oberliga (1/2), Teil 1

Hinweis: Klicken auf das Dreieck rechts unterm Brett schaltet die Varianten für das Nachspielen mit der Tastatur ein/aus.

Die Partienauswahl befasst sich diesmal auch mit der 2. Liga. Zum einen, weil erst wenige Oberliga-Partien vorliegen (Dank dafür an die Schiedsrichter Frank Jäger und Sven Baumgarten) und zum anderen, weil die 2. Liga recht Interessantes zu bieten hatte. Auch im Hinblick auf die Damenendspiele.
Steigen wir gleich in ein solches ein. Nach typischem anhaltenden königsindischen Druck hatte sich Leo einen klaren Gewinn erspielt, der zunächst ungenutzt blieb. Doch die Irrungen seines Gegners im Endspiel folgten:

Carlo Kunze (2248) - Leonard Richter (2198) [E92]

OLOA 2526 SK König Plauen - SG Leipzig (1.4) 2025


35. Bf2?! Bg3

35... Bd2! 36. Bxh4 (36. Re2 Nxe4) 36... Bxe1 37. Bxg5 Bf2

36. Bxg3 hxg3 37. Re3 Nxe4 38. Rxe4 Rf4 39. Re3 Qxd3 40. Rxd3 Kh7 41. Re1 a4 42. Kg1 a3 43. Ree3 Rf2 44. b4 Rc2 45. Rc3 Rb2 46. Rb3 Rd2 47. Rbd3 Rc2 48. Rc3 Rb2 49. Rb3 Rxa2 50. Rxa3 Rc2 51. Rac3 Rxc3 52. Rxc3 Rg5 53. Rf3 Kg6 54. Kf1

54. b5 verhindert diesen Zug von schwarzer Seite und da Schwarz auch am Bg3 klebt, hat Weiß hier gar keine Sorgen mehr.

54... b5 55. Ke2 bxc4 56. Rc3 Kf5 57. Rxc4 Rg7 58. Kf3 Re7 59. Re4 Re8 60. Rg4 Ra8 61. Kxg3 e4 62. Rg7 Ke5 63. Re7+ Kd4 64. h4 e3 65. h5 Rg8+










66. Kh3??

Entfernt sich mit fatalen Folgen zu weit vom e-Bauern.

66. Kf3 Rf8+ (66... Rg5?? 67. g4 Re5 68. Rxe5) 67. Kg4 Kd3 68. Kg5 e2 69. g4 Rf1 70. h6 e1=Q 71. Rxe1 Rxe1 72. h7 Rh1 73. Kg6=

66... Rg5! 67. g4 Re5 68. Rxe5 dxe5 69. Kg2 Kd3 70. h6 e2 71. h7 e1=Q 72. h8=Q

Trotz Mehrbauer ist das Endspiel chancenlos für Weiß. Freibauern sind alles im Damenendspiel.

72... Qe4+ 73. Kg3 Qf4+ 74. Kh3 Qf3+ 75. Kh2 e4 76. Qa1 e3 77. Qb1+ Ke2 78. Qc2+ Kf1 79. Qc1+ Kf2 80. Qg1+ Ke2 81. Qc1 Qf2+ 82. Kh3 Qf1+ 0-1 [Reyk Schäfer]

Auch die Partie Henning - Hassemeier fiel mir ins Auge, aber ich entschied am Ende zu Recht, Fritzis ausführlicher Analyse nicht vorzugreifen. Der Video-Link unten bei den Quellen.
Löberitz rang eine ersatzgeschwächte Auer Reserve nieder ohne zu glänzen. Immerhin nette Stellungsbilder gab es in der folgenden Partie. Schwarz wählt eigentlich eine Nicht-Eröffnung. Robert Hübner als Vorgänger (der die Partie auch noch gewann) mag das aus psychologischen Gründen gewählt haben?! Immerhin war es nur Schnellschach.
Frido vergibt diesen Vorteil wohl im 21. Zug und muss sich die Matts immer wieder erarbeiten.


Fridolin Mertens (2109) - Thomas Heinz (2091) [C58]

OLOA 2526 Nickelhütte Aue II - SG 1871 L (1.7) 2025


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Nf6 4. d3 d6 5. Ng5 d5 6. exd5 Na5 7. O-O

7. Bb5+ Bd7 8. Bxd7+ Qxd7 9. c4 c6 10. Bd2 b6 11. Bxa5 bxa5 12. dxc6 Qxc6 13. Qf3 Qxf3 14. Nxf3 Bb4+ 15. Nbd2 e4 16. dxe4 Nxe4 17. a3 Bxd2+ 18. Nxd2 Nc5 19. O-O-O O-O-O 20. Nb1 Nd3+ 21. Kc2 Nxf2 22. Rxd8+ Rxd8 23. Rf1 Ng4 24. Rxf7 Ne3+ 25. Kb3 Rd7 26. Rf8+ Kb7 27. g3 Kc6 28. Rc8+ Kb7 29. Rc5 Nf1 30. Rxa5 Nxh2 31. Nc3 Nf1 32. Rg5 g6 33. Nd5 Rf7 34. g4 Nd2+ 35. Kb4 Nf3 0-1 Lutz,C (2580)-Huebner,R (2605) Garmisch Partenkirchen rapid 1994 (14)

7... Bd6 8. Nc3 O-O 9. Qe2 Bg4 10. f3 Bh5 11. g4 Bg6 12. Nge4 Be7 13. a3 Nxc4 14. dxc4 Nd7 15. Ng3 f5 16. f4 exf4 17. Nxf5 Bc5+ 18. Kh1 Re8 19. Qg2 Ne5 20. Bxf4 Nxc4 21. b4

21. Ne4

21... Bxf5 22. gxf5 Bd4 23. Rf3

23. Bg5 Ne3 24. Bxe3 Rxe3 25. Nd1=

23... Qf6

23... Bxc3 24. Rxc3 Qf6 25. Bd2










und jetzt das pittoreske

25... Re3!

24. Bg5 Qe5 25. f6 Rf8 26. Bh4

26. Raf1! Bxc3 27. Bh6 g6 28. f7+ Kh8 29. Bg5

26... g6

26... Rf7!=

27. f7+ Rxf7 28. Rxf7 Kxf7 29. Rf1+ Kg8 30. Bf6 Qe3 31. Nd1

31. d6! Bxf6 (31... Bxc3 32. Qd5+) 32. Nd5

31... Qd2 32. Qe4 Bxf6 33. Qe6+ Kg7 34. Qxf6+ Kh6??

34... Kg8 35. Qf7+ Kh8 36. Nb2 Ne3 37. Qf6+ Kg8=

35. Qh4+ Kg7 36. Qxc4 1-0 [Reyk Schäfer]

Gegen Plauen holte Löberitz aus zwei schlechten Stellungen 1,5 Punkte. Wenn man schaut, wo noch Luft nach oben war, dann am ehesten hier:


Mika Hassemeier (2118) - Norman Schuetze (2280) [A35]

OLOA 2526 SG 1871 Löberitz - SK König P (2.5) 2025


32... a5

32... Kg5 war die Alternative, die Norman lange gerechnet hat. Objektiv bringt sie allerdings nichts. 33. Qxa7 Kh4 34. Qc7 Kxh3










35. Qh2+! (35. Qg3+?? Qxg3+ 36. fxg3 Kxg4 (36... Kxg3?? 37. b4) ) 35... Kxg4 36. b4 und wieder zählt die Qualität der Bauern im Damenendspiel mehr als die Anzahl. Der b-Bauer sichert Weiß ausreichendes Gegenspiel. 36... d4 37. exd4 Qd1+ 38. Kg2 Qxd4 39. Qxh7 Qe4+ 40. Kg1=

33. b4

33. Qe5 Qxh3 34. Qf4+ Kg7 35. Qe5+

33... axb4

33... Kg5

34. Qxb4 Kg7 35. Qc3+ Qf6 36. Qc5 Qf3 37. Qc3+ Kh6

37... Qf6 38. Qc5 Qa1+ 39. Kg2 Qe5 40. Qe7 ist die Stellung, die Stockfish spielen möchte - -1.5 sagt die Engine. Ein Plan ist aber zumindest nicht offensichtlich. Evtl. muss man den h-Bauern involvieren, aber das ist zumindest nicht naheliegend angesichts weiterer Bauerntausch-Aktionen.

38. Qb4 f6

38... Qxh3 39. Qf4+ Kg7 40. Qe5+ Kh6=

38... Kg5 39. Qe7+ (39. Qb8?? Kh4) 39... f6 40. Qxh7=

39. h4 Kg7 1/2-1/2 [Reyk Schäfer]

Aus der 2. Oberliga Ost A liegen wie angedeutet noch keine Partien vor.
In der 2. Oberliga B wehrte sich Chemnitz nach Kräften gegen die Rüdersdorfer Übermacht:


Marcin Steczek (2332) - Jakob Matthaei (2163) [D00]

OLOC 2526 USG Chemnitz - SV Glückauf Rüdersdorf (2.1) 2025


1. d4 Nf6 2. Bg5 d5 3. Bxf6 gxf6 4. e3 c5 5. dxc5 e6 6. c4 Qa5+ 7. Nc3 dxc4 8. Bxc4 Qxc5 9. Bb3 Nc6 10. Nf3 Bg7 11. O-O O-O 12. Rc1 f5 13. Ng5 Qe7 14. Nh3 Rd8 15. Qe2 Bd7 16. Nf4 Ne5 17. Nh5 Bh8 18. f4 Ng6 19. e4 fxe4 20. Nxe4 Bc6 21. Ng5 Bd4+ 22. Kh1 Nh4 23. Rxc6!

Beseitigt zu Recht einen Verteidiger der weißen Felder, wonach Weiß auf Gewinn steht.

23... bxc6 24. Qg4 Ng6










25. f5?!

Kein schlechter Zug und auch logisch, aber er erlaubt es Schwarz, in der Partie zu bleiben. Es gab einen sofortigen Knockout.

25. Nxf7! Kxf7 (25... Qxf7 26. Bxe6) 26. f5 Nf8 27. Bxe6+ Ke8 28. f6 Qxe6 29. Ng7+

25... Ne5??

so allerdings nicht

25... exf5 26. Qxf5 Rd5! war die einzige Chance

26. Qg3 Kh8 27. Qh4?

27. f6! Qf8 28. Nxe6 fxe6 29. Qg7+ Qxg7 30. fxg7+ Kg8 31. Bxe6+










ist das Problem für Schwarz

27... h6 28. f6

jetzt bei weitem nicht so effektiv

28... hxg5 29. Qxg5 Qf8 30. Bc2?

30. Ng7! wahrt zumindest das Gleichgewicht

30... Ng6?

Aber Schwarz revanchiert sich noch einmal in dieser komplexen Stellung.

30... Nd3!! Wer allerdings findet schon diesen einzigen Gewinnzug? 31. Bxd3 Rd5 32. Qh4 Qh6

31. Rf3?

der letzte Twist

31. Nf4! Be3 (31... Qg8 32. Bxg6 fxg6 33. Nxg6+) 32. Qh5+ Kg8 33. Bxg6

31... Rd5 32. Qg4 Qh6 33. Rh3 Qc1+ 34. Bd1 Kg8 35. Rd3 Be5 0-1 [Reyk Schäfer]

Schlusssttellung Gozzoli -Slobodjan Kommen wir zur 2. Bundesliga Süd, zumal das Auer Abschneiden dort unmittelbar für die Oberliga Ost von Interesse ist.
Die Heimdoppelrunde von Aue I steht im Zeichen von Rätseln und vergebenen Chancen.
Beide Gegner - Baden Baden II und Schönaich - waren weit von Bestbesetzung entfernt, was die Auer Ausfälle hätte kompensieren sollen. Zunächst gab es gegen die leicht favorisierte Baden Badener Reserve am Samstag eine lange Hängepartie für die Zuschauer im Netz, denn beim Stand von 3,5:3,5 fehlte auch nach über 6 Stunden noch das Ergebnis an Brett 1. Am Ende hieß es Gozzoli - Slobodjan 1:0 (also gegen Aue). Roman verwaltet allerdings in der Schlussstellung (nebenstehendes Diagramm) eine glatte Mehrfigur und das seit geraumer Zeit. ZÜ? Alles unklar, zumal man beim Nachspielen (es hingen auch anderweitig Figuren) den Eindruck hatte, die Notation stimmt nicht.
Richtig schwerwiegend war dann allerdings die Auer Niederlage gegen Schönaich am Folgetag. Hatte der Samstag mit deprimiriendem Ausgang so viele Körner gefördert? So viele Remisen gegen z. T. klar schwächere Gegner sind doch die Blaupause, wie man so einen Kampf verlieren kann?!
(Vorsichtig) kritisch gibt sich auch der Auer Bericht:

"Der Kampfgeist, der gegen das Badener Team gelobt werden konnte, war kontemplativ betrachtet, zumindest auf den Ergebnisbericht nicht mehr gegeben. Die Spieler werden sicherlich widersprechen!"

Aue vs. Schönaich

Aber da war ja auch noch die eine Partie, die Aue verlor ...


Martin Cerveny (2299) - Vojtech Tegda (2102) [A80]

2BLS 2526 TSV Schönaich - Nickelhütte (2.7) 2025


Weiß hatte auch schonmal deutlicheren Vorteil als vor dem ominösen 21. Zug. Im Schönaicher Bericht, können wir zudem lesen, dass er mal Remis ablehnte. Ich hoffe, der Gewinnversuch war nicht

21. Rac1?










Würde irgendjemand zuungunsten von 21.T:a7 auf diesen Zug verfallen? Passenderweise macht der a-Bauer (der zum b-Bauer wird) bald entscheidend Probleme.

21... a5 22. h3 a4 23. Rc2 a3 24. f4 Ng6 25. Bc6 Ne7 26. Ba4 Rb2 27. Rxb2 axb2 28. Rb1 Ra8 29. Bc2 Ra1 30. Kf2 Rxb1 31. Bxb1 Nc8 32. Ke2 Nd6 33. Kd3 Ne4 34. Kc2 Nxg3 35. Kxb2 g5 36. Kc1 g4 37. hxg4 fxg4 38. Kd1 h5 39. Ke1 h4 40. Kf2 f5 0-1 [Reyk Schäfer]


Konstantin Tarlev (2544) - Alparslan Isik (2467) [B51]

2BLS 2526 SC Viernheim II - SC Bavaria R (1.2) 2025


65... Qxg3+ 1/2-1/2 [Reyk Schäfer]

Boris Gelfand Bei der Durchsicht weiterer Zweitliga-Partien fiel mir diese ins Auge. Schwarz versuchte vom 65. Zug (Diagramm) bis zum 138. Zug ein Damenendspiel mit g- und h-Bauer gegen die blanke Dame zu gewinnen. Es war für mich komplett neu und überraschend, dass die Bewertung dieser Stellung laut Enginge 0.00 ist. Machen wir uns nicht bereits mit einem Mehrbauern (der Läufer-Bauer ist hierfür am besten geeignet) Gewinnhoffnungen? Wie ist es dann möglich, dass zwei verbundene Freibauern nicht gewinnen? Auf den weiteren Kampfverlauf gehe ich noch ein, nachdem ich zunächst einige theoretische Quellen zitiere.
Mein altes Awerbach-Buch gibt zu dem Endspiel nicht viel her - er schreibt, dass man mit zwei Bauern idR gewinnt und mit verbundenen sowieso.
Fündig geworden bin ich in Boris Gelfands "Major Piece Endings" (S.13):

"If you use the engines intelligently, they will give you the chance to learn a lot of new things about chess. Sometimes very surprising things:
I annotaded this game in full in My Most Memorable Games, but later on it turned out that I had completely misevaluated the final queen ending with only six pieces on the board. Rather than easily winning, it is in fact a surprising draw."


Julian M Hodgson (2550) - Boris Gelfand (2665) [A45]

Koop Tjuchem/Groningen (10) 1996


67... Kh5

"Here I had a feeling that the job was done. Without tablebases, Stockfish in 2016 evaluated the position as minus 11..." (Gelfand)

68. Qd4 Qf5 69. Kg2 Kg4

"In my old analysis I said that Black wins the second pawn and it is over, which is also what Hodgson thought during the game. But actually, the position is still a draw." (Gelfand)

70. Qd1+ Kxf4 71. Qd2+ Kg4 72. Qd1+ Kg5 73. Qd8+ Kh5 74. Qh8+ Kg5 75. Qd8+ Qf6 76. Qd2+ Kh5 77. Qe2+ Kh6 78. Kh3 Qf4 79. Kg2 Qg3+ 80. Kh1 Qh3+ 81. Kg1 Qf5 82. Kh2 g5

"Black has managed to make a little progress. I was certain I was on track." (Gelfand)

83. Qe8 Qf6 84. Qc8 Qf4+ 85. Kh1 Kh5










86. Qe8+?

"The losing mistake. The black king escapes the checks by stepping in front of the pawns." (Gelfand)

86. Qe6! "the most natural move was still drawing. Essentially, Black cannot escape the checks." (Gelfand) 86... Qf8 87. Qe2+ g4 88. Qe5+ Kh6 89. Qe6+ Kg5 90. Qe5+ Qf5 91. Qg7+ Kf4 92. Qc7+! Qe5 93. Qf7+ with a draw

86. Qd7! also drew

86... Kg4 87. Qe6+?? Qf5 88. Qc4+ Kg3 89. Qc7+ Qf4 0-1 [Boris Gelfand]

John Nunn Gelfands Fazit:
"This game shows how biased we are. Many discoveries are made today with new technology. And it affects tournament play. If you know that this endgame was a draw and knew a few general ideas, you would probably hold it. But when you think it is lost, psychologically it is impossible to hold it."

Da mein Interesse weiter geweckt war, eröffnete ich einen Thread im Schachfeld-Forum und erhielt dort den Hinweis auf das Buch "Nunn's Chess Endings, Vol. 1". Der Doc ist als analytischer Geist und hevorragender Kommentator bekannt. Lesen wir, was er zu sagen hat:

"Queen and two pawns generally win against a queen, but one of the most astounding discoveries to emerge from the 6-man databases was the finding that Q+gPawn + hPawn vs Q is generally drawn if the defending king is in front of the pawns. I think few grandmasters would have believed this possible before the database proved it. Here's a practical example."


Smbat G Lputian (2608) - Gevorg Harutjunyan (2346) [E97]

ARM-ch/Yerevan (1) 2001


125. Kh4

Even this relatively favourable position, in which White's pawns are already well-advanced, is a draw. White's main winning try is to occupy a good square with his queen, and then play his king round to f4 and then by some route to e7. He is aiming to reach a situation in which, for example, Black's king is on h7 and he meets ...Qb7+ with Qd7, when Black's next check will be met by a discovered check. In some cases White can achieve a similar result by playing his king out via h5 and g6. The best square for White's queen is c6, and the next best is d5, while b5 is also very dangerous (because it is hard to prevent the queen from transferring to c6 or d5). Black should therefore keep his queen on d7, which covers all these squares and also makes it awkward for White's king to emerge via g4. If d7 is not available, the next best square is b7. Black's king should stay on g8 orh8 if possible. If it is on h7, then White can often play Kg4 and meet a check on d7 or c8 by Qf5+.

125... Qf7?

Bearing in mind the above comments, it is perhaps not surprising that this move is wrong.

The waiting move 125... Kg8! wasthe only way to draw, when play might continue 126. Kg3 (126. Qf3 Qa4+ 127. Kh5 Qe8+! 128. g6 Qe5+ 129. Kg4 Qe6+ draws) 126... Qc7+ 127. Kg4 Qd7+! 128. Kh4 and Black can meet this attempted triangulation by 128... Kh8! , which is again the only move to draw.

If Black misplaces his queen by 125... Qc7? then he loses after 126. Qd4+ Kh7 127. Qd3+ Kh8 128. Qb5 occupying one of the favourable squares 128... Qf4+ 129. Kh5 Qf7+ 130. Kg4 Qc7 131. Qd5 the queen moves to an even better square 131... Kh7 132. Kf5 Qc8+ 133. Qe6 Qc5+ 134. Kf6 Qc3+ 135. Qe5 Qc6+ 136. Ke7 Qb7+ 137. Kd8 Qa8+ 138. Kd7 Qb7+










139. Qc7 this is the type of position White is aiming for 139... Qe4 140. Kd6+ Kg6 141. Qg7+ Kh5 Black's defensive structure has been disrupted 142. Qe5 and now White is clearly winning

126. Qd4+?!

This delays the win by about 40 moves (as suming best play from both sides).

126. Qc6 occupying the optimum square, wins quickly; for example, 126... Qf2+ 127. Kg4 Qe2+ 128. Kf5 Qd3+ 129. Kf6 Qd8+ 130. Kg6 Qd3+ 131. Kf7 Qb3+ 132. Qe6 Qb7+ 133. Kf6 Qf3+ 134. Kg6 it looks as if there should be a stalemate, but Black doesn't have any satisfactory way to sacrifice his queen. 134... Qd3+ 135. Qf5

126... Kh7 127. Qd3+ Kh8 128. Qc3+

128. Qb5 is best, although even after this the win is quite difficult.

128... Kh7 129. Qd4 Kg8

129... Qb7 would have inlproved the position of Black'squeen, but in this case White can still win by 130. Kg3! Qb3+ 131. Kf4 Qf7+ 132. Qf6 Qc4+ 133. Kg3 Qd3+ 134. Qf3 Qd7










in this case reaching d7 with·the queen·does not draw due to the unfavourable position of the black king; were the king on g8 or h8 then the position would be a draw. 135. Kf4 Kh8 (135... Qc7+ 136. Kg4 reveals the problem; Black lacks a check on c8 or d7.) 136. Qc3+ Kh7 137. Qe5 and although it is still not obvious that White is winning, it is clear that he has made definite progress in activating his king without allowing a perpetual check.

130. Qd3 Kh8










Repeating the position at move 3. This time White tries something different, but inferior

131. Kg3?

As we have seen, the idea of playing the king into the open works in some situations, but not here, and this move throws away the win.

131. Qb5 is winning, as mentioned earlier.

131... Qc7+

The only drawing move.

132. Kg4 Qc8+ 133. Kh4 Qb7!

Excellent defence; again Black finds the only drawing move. As we have mentioned before, if Black cannot occupy d7 with his queen, then b7 is the next best square.

134. Qc3+ Kh7 135. Qd3+ Kh8

135... Kg8? is bad because after 136. Kg3! Qc7+ 137. Kg4 Qc8+ 138. Kh5 Black cannot check on e8 and so loses.

136. Qd4+

136. Kg3 Qc7+ 137. Kg4 Qc8+ 138. Kh5 Qe8+ is now only a draw.

136... Kh7?

This move should lose.

136... Kg8 was correct and after 137. Kg3 Qb3+ 138. Kf4 Qf7+ 139. Qf6 Qc4+ 140. Kg3 Qd3+ 141. Qf3 Qd6+ 142. Kg4 Qd7+ White cannot make progress.

137. Kg3!

Here this idea should win.

137... Qb3+ 138. Kh4

Although this does not throwaway the win, White is going backwards.

138. Kf4 Qf7+ 139. Qf6 wins as inthe note to Black's fifth move.

138... Qf7 139. Qe4+ Kh8

After the text-move, we have repeated then position after Black's first move.

139... Kg8 is much more resilient, when White must find the difficult manoeuvre 140. Qd3! Kh8 141. Qb5 in order to win.

140. Kg3?

For the second time, White misses the quick win with Qc6. On the previous occasion, the move he chose did not actually throw away the win, but this one does.

140... Qc7+

140... Qd7 is also good, as the queen occupies its best square.

141. Qf4










141... Qf7??

Playing for stalemate, but the move has an obvious tactical flaw. Black could have drawn by consistently playing to occupy d7 with his queen.

141... Qd7 is simplest

142. Qf6+

There is one final curiosity to mention regarding this game. The last pawn move occurred 39 moves before the initial diagram, so Black could actually have claimed a draw at any point from move 12onwards, including the position in which he resigned!

1-0 [John Nunn]

Ich habe nachstehend versucht, das aktuelle Endspiel auch unter Verwendung von Nunns Vorarbeit zu kommentieren, aber vmtl. ist mir das nicht völlig gelungen. Das Ganze bleibt hochkomplex und auch dann schwer greifbar, wenn man die Grundregeln des Endspiels verinnerlicht hat. Es sind oft einfach langzügige Manöver nötig, um den Gewinn oder das Remis herbei zu führen.


Konstantin Tarlev (2544) - Alparslan Isik (2467) [B51]

2BLS 2526 SC Viernheim II - SC Bavaria R (1.2) 2025


65... Qxg3+ 66. Kf1 Qf3+ 67. Kg1 Qe3+ 68. Kh1 h5 69. Qa1+ Kh7 70. Qf6 Qh3+ 71. Kg1 Qf5 72. Qe7+ Kh6 73. Qe8 Qf6 74. Kg2 h4 75. Kh2 Qf4+ 76. Kg2 Kh5










77. Qh8+??

Weiß greift das erste Mal fehl - was allerdings kein Wunder ist, denn das Endspiel ist hochkomplex und für Menschen nicht einfach zu greifen. Treibt den König nach vorn und beraubt sich dabei entscheidender Schachs. Bezeichnenderweise war das auch die Hauptverteidigung beim (falschen) Lösungsansatz in der nachfolgenden Studie aus den 60ern.

77. Kh1! h3 78. Qe2+ Kh4 79. Qe1+ Dieses Schach funktioniert nicht mit dem König auf g1 - Nunn beschreibt eine analoge Situation in seinen Kommentaren. 79... Qg3 80. Qe7+ Kg4










81. Qg5+=

aber nicht 77. Kg1?? h3 78. Qh8+ (78. Qe2+ Qg4+) 78... Kg4 79. Qc8+ Kf3 80. Qb7+ Qe4 81. Qf7+ Kg4 82. Qd7+ Kh4 83. Qh7+ Kg5 84. Qxh3 Qg4+ 85. Qxg4+ Kxg4 86. Kg2 g5

77... Qh6??

77... Kg4! 78. Qc8+ Qf5 79. Qc4+ Kh5 80. Qc3 Qe4+ 81. Kg1 Kg4 82. Qc8+ Kf4 83. Qc7+ Ke3 84. Qc3+ Ke2 85. Qb2+ Kf3 86. Qg2+ Kf4 87. Qf1+ Kg3 88. Qf2+ Kg4 89. Kh2 Qe5+ 90. Kg1 h3 91. Qc2 Qg3+ 92. Kf1 Qg2+

78. Qe8 Qg5+ 79. Kh1 Qd5+ 80. Kh2 Qd2+ 81. Kh1 Qf4 82. Kg2 Qg3+ 83. Kh1 Qf3+ 84. Kh2 Qf6 85. Kg2 Kh6 86. Kg1 g5 87. Qe1 Qf5 88. Qe3 Qf6 89. Qe2 Qf8 90. Qe5 Kg6 91. Qe6+ Qf6 92. Qe1??

der zweite Stolperstein

92. Qd5=

92... Kh6??

92... Qd4+ 93. Kh1 Qc4 94. Qb1+ Kf6 95. Qb6+ Kf5 96. Qf2+ Kg6 97. Qe1 Kh5 98. Kh2 Kg4 99. Qg1+ Kf5 100. Qf2+










100... Kg6 (100... Qf4+?? Dieser so natürlich aussehende Zug vergibt tatsächlich den Gewinn. 101. Kh1!= zwar ist Schwarz natürlich nicht verpflichtet, auf f2 zu nehmen, aber wie Nunn ausführte, steht, der weiße König auf h1 besser als auf h2.) 101. Qb6+ Kh5 102. Qd8 Qe2+ 103. Kh1 Kg4 104. Qd4+ Kg3 105. Qg1+ Kf4 106. Qc1+ Qe3 107. Qc7+ Kf3 108. Qg3+ Ke4 109. Qg4+ Ke5 110. Qc8 Qe4+ 111. Kh2 Kf4 112. Qc1+ Qe3 113. Qc4+ Kf3 114. Qd5+ Ke2 115. Qb5+ Kf2 116. Qb2+ Qe2 und Schwarz erreicht das von Nunn beschriebene Setup mit dem Abzugsschach. All diese Feinheiten am Brett zu finden, dürfte dennoch für beide Seiten fast unmöglich sein.

93. Qe4 Qg6 94. Qe7 Qb1+ 95. Kh2 Qc2+ 96. Kh1 Qc1+ 97. Kh2 Qd2+ 98. Kh1 Kh5 99. Qe8+ Kg4 100. Qe4+ Qf4 101. Qg2+ Kf5 102. Qd5+ Qe5 103. Qf3+ Kg6 104. Qd3+ Kh6 105. Kg2 Qb2+ 106. Kg1 Qb6+ 107. Kh2 Qc6 108. Kg1 Qe6 109. Kh2 Qf7 110. Qc3 Qf4+ 111. Kg2 Qe4+ 112. Kh2 Qf4+ 113. Kh1 Qf1+ 114. Kh2 Qf4+ 115. Kh1 Kh5 116. Qh8+??

Man kann zumindest festhalten, dass die Dame auf h8 oft schlecht steht.

116. Kg2=

116... Kg4

Jetzt steht Schwarz eine ganze Zeit lang auf Gewinn.

117. Qe8 Qf3+ 118. Kh2 Qf4+ 119. Kh1 Qc1+ 120. Kh2 Qb2+ 121. Kh1 Qc1+ 122. Kh2 Qf4+ 123. Kh1 h3 124. Qd7+ Qf5 125. Qd1+ Kh4 126. Qe1+ Kh5 127. Kh2 Qf3??

Verpasst die Abwicklung ins Bauernendspiel mit nur einem Mehrbauern, dafür aber gewonnener Stellung.

127... Qf4+! 128. Kxh3 Qg4+ 129. Kh2 Qh4+ 130. Qxh4+ Kxh4

128. Qe8+ Kh4 129. Qe1+ Kg4 130. Qe6+

130. Qd1 wäre auch ein witziger Remisweg, aber wegen 130... Kf4 endet die Partie ebenfalls nicht sofort.

130... Qf5 131. Qe2+ Kf4 132. Qf2+ Ke5 133. Qe3+ Kd6 134. Qxh3 g4 135. Qh6+ Ke5 136. Qe3+ Qe4 137. Qxe4+ Kxe4 138. Kg3 Ke5

Alparslan Isik Aus dem Regensburger Bericht: "Die längste Partie lieferte Neuzugang Alparslan Isik an Brett 2: Nach fast sieben Stunden und 138 Zügen musste er seine Gewinnversuche einstellen und seine Begegnung endete mit einem Unentschieden. 'Das ist die längste Partie, die ich je gespielt habe', sagte Isik. 'Ein enormer Kampfgeist von ihm und seinem Gegner', ist sich Teamkapitän und Vereinsvorsitzender Peter Oberhofer sicher."

1/2-1/2 [Reyk Schäfer]



Die Studienkomponisten waren vor Aufkommen der Table Bases hier auch oft verloren - verständlicherweise. Die nachstehende Studie wurde offenbar als Gewinn-Studie veröffentlicht, aber Schwarz kann Remis halten.



Staudte=H - Black

Schackbulletinen 1963


1... Ka7=

1... Qa1+ ist hier noch möglich.

2. b5! Qa1+??

Hier indes nicht mehr.

2... Qe7! Nunns Idee gespiegelt hält (einzig) Remis.

3. Kb4!

und der weitere Lösungsverlauf ist korrekt, wenn auch nicht immer nebenlösungsfrei.

3... Qb1+ 4. Kc5 Qf5+ 5. Qd5 Qf8+ 6. Qd6 Qf5+ 7. Kc6 Qf3+ 8. Qd5 Qf6+ 9. Kd7 Qg7+ 10. Ke8 Qh8+ 11. Ke7 Qh4+ 12. Kd7 Qh7+ 13. Kd6! Qh6+ 14. Kc7! Qf4+ 15. Kd7 Qg4+ 16. Ke8 Qc8+ 17. Qd8 1-0 [Reyk Schäfer]

Game(s) in PGN

Quellen

Online-Texte per 2025-10-04

Bericht Nickelhütte Aue

Bericht Bavaria Regensburg

Bericht TSV Schönaich

Diskussuion Schachfeld-Forum

Videos

Fritzi analysiert Henning - Hassemeier

Fritzi analysiert Kunze - Henning

Bücher/Zeitschriften

Gelfand, Boris: "Decision Making in Major Piece Endings" Quality Chess, 2020

Nunn, John: "Nunn's Chess Endings, Vol. 1" Gambit, 2010

Datenbanken/Engines

Harold van der Heijden: Endgame study database HHdbVI

Chessbase: Megabase

Stockfish

Bilder (in der Reihenfolge der Verwendung)

Wikipedia: Boris Gelfand, chess grandmaster from Israel
Stefan64 - Own work

Wikipedia: Dr. John Nunn
JohnNunn10.jpg: Stefan64 derivative work: Brittle heaven (talk) - JohnNunn10.jpg

SC Bavaria Regensburg, Vereinsseite: Alparslan Isik