Partienauswahl Landesliga 2001/02 (7/8)
Einleitend eine Kurzpartie aus dem Verfolgerduell Piesteritz-Merseburg
Romanow, W. - Höhm, W
LL0102 Piesteritz-Merseburg I, 2002
17...Lh8??
18.Sd5 Als Abtauschmotiv oder gelegentlicher
Bauerngewinn hinlänglich bekannt, gewinnt der Abzug hier gleich die Dame. Dr. Höhm zeigte sich allerdings
in der nächsten Runde prächtig erholt und landete im Spitzenspiel gegen Naumburg einen big point.
1-0 |
Durch eine "konzentrierte Leistung an den vorderen Brettern" (Aufbau-Homepage) konnten die Bernburger gegen den Spitzenreiter punkten. Der folgende Angriff war zudem auch recht direkt:
Lehmann, P. - Ruemmler, R.
LL0102 Bernburg-Naumburg, 2002
Richtig gut gefällt mir die folgende Partie:
Schunke, N. - Hartung, T.
LL0102 Wernigerode-Merseburg II, 2002
Die interessantesten Momente in Runde 8 gab es m. E. beim Kampf Klostermansfeld - Wernigerode.
Steffen, T. - Bilawer, A.
LL0102 Klostermansfeld-Wernigerode, 2002
Vielleicht die Kuriosität der Runde: Weiß stellt in unklarer Lage eine Figur ein, und Schwarz ... gibt auf!
Kuerten, D. - Strauss, W.
LL0102 Klostermansfeld-Wernigerode, 2002
29.Sa8+??!! Eigentlich würde der Zug zwei Fragezeichen verdienen, aber kein anderer dürfte sofort die Partie gewinnen. Ich denke, die wahrscheinlichste Erklärung für den plötzlichen Partieschluss ist folgende: Weiß plante
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[29.Sa8+ Txa8
30.Dc4+
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(30.Tad1 Txa7
31.Dxa7 Dc5+ ) |
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30...Kd8 31.Tad1+ oder auch 31.Lb6+ mit vermeintlich unabwendbarem Matt. Beide müssen hier ein Restabbild gehabt und den schwarzen Turm noch
auf e8 gesehen haben, wo er in der Kombi-Ausgangsstellung stand. Sa8+ diente demnach dazu, nach dem Schach
auf c4 den Zug Dc5 zu verhindern. Sofort 29.Dc4+ Dc5 30.Sa8+ wäre diesbezüglich auch eine Idee, aber
leider erfolgt 29...Dc5 auch mit Schach! Ke8 Schwarz
hat einfach eine Figur mehr!] |
1-0 |
Zum Abschluss noch einmal zurück zum 7. Durchgang. Das doppelte Auftreten des Endspiels K/T/L gegen K/T wurde bereits erwähnt. Um eine kürzliche Diskussion aufzugreifen: Das Endspiel ist grundsätzlich theoretisch remis, auch wenn es einige Ausnahmen gibt (z. B. Philidor oder eben Biancetti). Ansonsten, Stichel, wären die folgenden Studien sinnlos. Die "Biancetti-Batterie" besticht vor allem dadurch, dass es zu jeder Variante ein exaktes Pendant - quasi um 90° gedreht - gibt.
2005 habe ich einen ausführlichen Artikel zu diesem Endspiel geschrieben.
Biancetti, P.
Gewinn, 1925
[L'Italia Scacchistica]
Aber keine Angst, Brain: Wie das folgende Stück zeigt, ist es doch remis - u. U. sogar, wenn die stärkere Seite noch einen Bauern dazu hat. Ein ähnliches Beispiel aus der Praxis bespricht der kürzlich verstorbene Edmar Mednis in RE 1/02, S. 96. Irgendwo gab es auch mal einen Artikel, der ausführlich die Verteidigungsstrategien bespricht (neben der üblichen die sog. Verteidigung auf der 2. Reihe).
Matous, M.
Remis, 1979
[2. Preis Reti-Gedenkturnier]