Bujak, D. - Barth, G.
LL0102 Klostermansfeld-Wolfen/ (LL0102 Klostermansfeld-Wolfen/), 2001

Daniel Wanzek, Reyk Schaefer


D. Bujak gilt in Klostermansfeld als ausgesprochener Weissspieler. Deshalb war es aus Sicht der Gastgeber durchaus logisch, ihn an 8 zum Einsatz kommen zu lassen. Unsere Vorbereitung war damit aussen vor, zumindest aber hatte ich Gelegenheit, Gerald noch ganz kurz auf den zu erwartenden Stonewall im Anzug hinzuweisen. Interessant ist in diesem Zusammenhang uebrigens Viktor Korchnois Meinung dazu, zitiert nach Stefan Kindermann in seinen Chessgate-Kommentaren zu Korchnoi-Grischuk, Buenos Aires 2001: "Dies (Hollaendisch, Stonewall - d. A.) stellt fuer Viktor Kortschnoi jedoch eine ganz spezielle Provokation dar, da er diese Verteidigung fuer strategisch voellig inkorrekt haelt! Nach meiner Schwarzpartie( mit Hollaendisch) gegen ihn in Hamburg 1995 erklaerte er mir wuetend, dass man diese Verteidigung nur gegen Patzer spielen kann!" Im Umkehrschluss ist sie eine gefaehrliche Waffe in unseren Regionen, was wir aus eigener Erfahrung bestaetigen koennen (siehe unten). Gerald loeste seine Aufgabe im Gegensatz zu uns ueberaus souveraen ... 1.f4 d5
[1...Sf6 2.e3 g6 3.d4 Lg7 4.Ld3 d6 5.Sf3 O-O 6.O-O Sbd7 7.c3 Te8? Ich meinte irgendwo gelesen zu haben, dass der Stonewall nicht sonderlich guenstig ist, wenn die Gegenseite nicht d5 gezogen hat und so den Kampf um das Schluesselfeld e5 aufnehmen kann. Die konkrete Umsetzung mit . ..Te8 wirkt allerdings recht plump. Weuni machte es in Heun-Zeuner mit ... c6-(c5), Dc7 besser. Selbst in dieser Partie mit einem auf f8 verbliebenen Turm waren Einschlaege auf f7 thematisch. 8.Lc4 e5? Nach ...e5 zur Unzeit ist die Partie praktisch gelaufen. 9.fxe5 dxe5 10.Sg5 Tf8 11.Sxf7 Txf7 12.dxe5 De7 13.exf6 Lxf6 14.Lxf7+ Kxf7 15.Sa3 Se5 16.e4 Kg7 17.Le3 b6 18.Ld4 La6 19.Tf2 Td8 20.Da4 Ld3 21.Td1 Lxe4 22.Te1 Txd4 23.cxd4 Sd3 24.Tfe2 Sxe1 25.Txe1 Lh4 26.g3 Lf6 27.Dc4 b5 28.Sxb5 Kh6 29.De2 Db4 30.Dxe4 Dxb5 31.Te2 Db6 32.b3 Lxd4+ 33.Kg2 Lf6 34.De3+ Dxe3 35.Txe3 Ld4 36.Te7 Lb6 37.b4 c5 38.b5 c4 39.Kf3 g5 40.a4 g4+ 41.Kxg4 c3 42.Te6+ Kg7 43.Tc6 1-0 in Bujak-Schaefer, Bischofrode 1999]
2.Sf3
[2.e3 Schon hier fehlten mir 25Minuten (Es war eine Vormittags- oder vielmehr Fruehmorgenspartie; akuter Schlafmangel ist das Markenzeichen dieses Opens, und da ich mich den Abend zuvor anhand der Partie Bujak-Schaefer (ist an anderer Stelle zu finden) schon vorbereitet hab`,dacht` ich, ich koennte mir das leisten-aber wie heisst es so schoen:"Hochmut kommt vor dem Fall"(und dieser liess nicht lange auf sich warten). Die Vorbereitung fand ingemuetlicher Kneipenatmosphaere statt-ich konnte am eigenen Leib erfahren, dass Mansfelder ganz schoen trinkfest sind,vmtl weil sie staendig in Uebung stehen;ausserdem hatte ich mich irgendwie an der Kellnerin festgebissen... Aber gut, weiter im (Schach-) Text.) Sc6 3.d4 Ja, und hier ging es schon los, ich wollte eigentlich mit Lg4 den Sf3 fesseln-Problem:Er ist einfach noch nicht aufgetaucht. Eine andere Figur will ich nicht ziehen,also: Lf5 4.Ld3 Dd7 5.Sf3 Lxd3 6.Dxd3 O-O-O Die Ausgangsbasis ist geschaffen. 7.O-O e6 Was ist das ???? 2Jahre danach verstehe ich den Zug einfach nicht mehr. Dieser Bauer muss doch auf e5 zu stehen kommen! In meinen Augen ist es einfach ein Tempoverlust. 8.a3 f6 9.b4 Da haben wir den Salat. e5 scheitert einfach am banalen b5. Gestern abend sah alles noch so einfach aus! Ld6 10.Ld2 h6 Wenn schon nicht e5, dann halt g5(dieser Zug laesst sich wenigstensdurchsetzen) . An dieser Stelle habe ich schon ziemlichen Frust geschoben(auch 2Jahre danach weiss ich noch, wie ich mich damals gefuehlt habe) , da mein geplantes Unternehmen einfach gescheitert ist. 11.c4 Weiss bleibt natuerlich nicht untaetig. Nun bricht es auf dem Damenfluegel ueber mich hinein. dxc4 12.Dxc4 g5 13.Sc3 Sce7 14.Sb5 Kb8 15.Tac1 Sd5 16.e4 Sb6 17.De2 c6 18.Sxd6 Dxd6 19.e5 Dd5 20.exf6 Sxf6 21.fxg5 hxg5 22.Lxg5 Tdf8 23.De5+ Dxe5 24.Sxe5 Se4 25.h4 Tfg8 26.Tf4 Sg3 27.Te1 Sd5 28.Tf3 Sf5 29.Sd7+ Kc7 30.Sf6 Sxf6 31.Lxf6 Th6 32.Lg5 Sxh4 33.Lxh4 Txh4 34.Txe6 Txd4 35.g3 Td2 36.Te4 Tc2 37.g4 Td8 38.g5 Td1+ 39.Tf1 Tdd2 40.Tg4 Td8 41.g6 Te2 42.g7 Tee8 43.Tf7+ Kc8 44.Kg2 Tg8 45.Te4 ... 1-0 in Bujak-Wanzek, Bischofrode 1999]
2...Sf6 3.e3 g6 4.d4 Lg7 5.Ld3 O-O 6.O-O Sbd7 7.Se5 c5 8.c3 Dc7 9.Sd2 b6 10.Df3? wohl der Ausloeser der weissen Schwierigkeiten. Ueblicherweise stuetzt Weis den Se5 mit einem weiteren Pferd auf f3 und fuehrt die Dame ueber e1 nach h4. Lb7 11.Tf2 Se8 12.g4 Sxe5 13.fxe5 f6 14.exf6 Sxf6 15.Dg2 e5! die dritte schwere Erschuetterung nach ...c5 und ...f6 haelt auch der stabilste steinerne Wall nicht aus. Der maechtige Punkt d4 wird untergraben. Weiss gibt ihn sofort preis (es drohte zweimaliger Tausch nebst z. B. ...Se4). Danach bekommt er jedoch Probleme mit dem Be3 und dem sLb7. 16.dxe5 Dxe5 17.Sf3 De6 18.h3 Tae8 19.Sg5 De7 20.Ld2 h6 21.Sf3 Se4 22.Te2 Sxd2 23.Sxd2 d4 24.e4 dxc3 25.bxc3 Lxc3 26.Td1 Ld4+ 27.Kh2 Dc7+ 28.Kh1 Tf4 29.Lc4+ Kg7 30.Ld5?! letzter Fehler in verlorener Stellung. Lxd5 31.exd5 Txe2 32.Dxe2 Tf2 33.Dxf2 Lxf2 34.Se4 Df4 35.Kg2 Dxe4+ 36.Kxf2 Dc2+ 37.Ke1 Dxd1+

0-1