Interessante Partien gab es im umkämpften Match Merseburg-Bernburg zu sehen. Die erste ist eine technisch saubere Leistung vom Prof, der immerhin bei 5,5/6 zu Buche steht. Zwei Gabelmotive brachten Weiß entscheidend in Vorteil. Die zweite ist ein taktischer Schlagabtausch mit wechselndem Vorteil. Zunächst stand Weiß gut - nach einigen Ungenauigkeiten war Schwarz jedoch dem Ausgleich nahe (21...D:b3). Genau in diesem Moment veropferte er jedoch eine Figur, die Weiß nicht nahm und seinerseits in Nachteil geriet. Der letzte Fehler lag im vermutlichen Zeitnotduell und komplizierter Stellung auf schwarzer Seite.

Schmidt, J Prof Dr - Grieger, T.
LL0102 Merseburg I-Bernburg, 2002


1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Sf6 4.e5 Sfd7 5.Sce2 c5 6.c3 Sc6 7.Sf3 Db6 8.g3 f6 9.exf6 Sxf6 10.Lg2 Ld6 11.O-O Ld7 12.Lf4 Le7 13.Se5 Sxe5 14.Lxe5 O-O 15.Dd2 Lb5 16.Lxf6 Lxf6 17.Tfe1 Tae8 18.dxc5 Dxc5 19.Sd4 Ld7 20.Te2 Dd6 21.f4 e5 22.fxe5 Txe5 23.Txe5 Lxe5 24.Tf1 Txf1+ 25.Kxf1 Lc6 26.Sf5 Dc5 27.Lxd5+ Kf8 28.Lxc6 bxc6 29.Df2 Dc4+ 30.Kg1 Lf6 31.Dxa7 Dd3 32.Dc5+ Kf7 33.Dc4+ Dxc4 34.Sd6+ Ke6 35.Sxc4 Kd5 36.Sa5 c5 37.Kf2 c4 38.Ke2 Ld8 39.b4 cxb3 40.Sxb3 Kc4 41.Kd2 Lc7 42.Kc2 g5 43.Sd2+ Kd5 44.Kd3 g4 45.c4+ Ke5 46.c5 h5 47.Kc4 La5 48.c6 Lc7 49.a4 h4 50.gxh4 Kf4 51.Kd5 Ke3 52.Se4 Lxh2 53.h5

1-0

Heineck, L. - Pinternagel, E.
LL0102 Merseburg I-Bernburg, 2002

Reyk Schaefer


1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.f4 c5 6.dxc5 Da5 7.Ld2 Dxc5 8.Le2 O-O 9.h3 Sbd7 10.Sf3 a6 11.Dc1 e6 12.Le3 Da5 13.O-O Sc5 14.Sd2 b5 15.e5 Sfd7 16.exd6 Lb7 17.Sb3 Sxb3 18.axb3 Db4 19.cxb5 axb5 20.Txa8 Txa8 21.Sxb5 Lxb2? 22.Dd2? Es ist nicht klar, was beide Spieler veranlasst hat, 21...L:b2 fuer spielbar zu halten. Vielleicht 22...De4, aber das wird einfach widerlegt.
[22.Dxb2 De4 23.Tf3]
22...Dxb3 23.Sd4 Lxd4 24.Dxd4 Ta3 25.Ld2 Lxg2! 26.Tc1 e5 27.Tc8+ Kg7 28.fxe5 Dg3 29.e6+ f6 Das ist vermutlich die Stellung, in der Schwarz wenn nicht seinen Vorteil behaupten, so wenigstens nicht verlieren sollte. Es entstehen interessante Varianten und Materialverteilungen. Bei der wirklich oberflaechlichen Analyse verkneife ich mir eine abschliessende Bewertung. Der Computer sieht Schwarz klar im Vorteil, aber es sind Freibauern im Spiel, die die Sache relativieren.
[29...Sf6 30.Df2 Lb7+ 31.Dxg3 Txg3+ 32.Kf2 Se4+ 33.Ke1 Tg1+ 34.Lf1 Lxc8
(34...La6 35.Kd1 Txf1+ 36.Le1 Lxc8 37.d7 Lxd7 38.exd7 Sc3+ 39.Kc2 (39.Kd2? Tf5!) 39...Txe1 40.d8=D Se4)
35.d7 La6 36.Kd1 Txf1+ 37.Le1 Tf3 38.e7 Td3+ 39.Kc1 Txd7 40.e8=D]
30.Df2 Hier sollte Weiss die Gelegenheit nutzen, den Bh3 zu decken. Schwarz ist jetzt kurzzeitig wieder im Geschaeft...
[30.Dg4]
30...Dxd6 laesst aber seine Chancen aus. Grosses Variantendickicht fuer Leute mit Zeit und Computern nach dem besseren
[30...Dxh3 31.Df4 g5 32.Dh2
(32.Tg8+ Kxg8 33.exd7 gxf4 34.d8=D+ Kg7 35.De7+ Kg6 36.De8+ Kg5 37.Dg8+ Kf5 38.Lg4+ Dxg4 39.Dc8+ Kg5 40.Dg8+ Kh4 41.Le1+ ergibt ein interessantes Remis. Hier gibt es noch genuegend Analysestoff, z. B. im 33. Zug.)
32...Dxe6 33.Dxg2 Dxd6 34.Df2 Tg3+
(34...Dxd2? 35.Tg8+)]
31.exd7 Dxd7 32.Dc5 Dxd2 33.Df8#

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