Duchrow, O. - Wildau, H.
BEM U20m, 1999
Martin Schuster


Auf vielfachen Wunsch des Coaches habe ich mich zur Kommentierung dieser und einiger anderer Partien hinreissen lassen.Dass eine Partie vom "Vizebezirksmeister U20m" auch dabei sein muss, war mir sofort klar.Unter Mithilfe von Fritz4 habe ich nun also folgende Partie unter die Lupe genommen 1.e4 b6 2.De2 Coach bevorzugt ungewoehnliche Eroeffnungszuege. e6 3.g3 Lb7 4.Lg2 c5 5.f4 Sc6 6.Sf3 Sf6 7.O-O Dc7 8.c3 h6 9.a4 Le7 10.Sa3 Der Springer strebt nach b5!! a6 Leider erkennt das Schwarz sofort!! 11.d3 O-O-O Die Grundlagen fuer eine spannendene Partie sind gelegt, denn entgegengesetzte Rochaden versprechen immer angriffsgeladene Auseinandersetzungen. Der weisse Plan muss meiner Meinung darin bestehen, mittels vorzubereitendem b2-b4-b5 den Springer nach b5 zu bekommen oder die b- bzw. die a-Linie zu oeffnen, um den Koenigsangriff moeglichst schnell voran zu treiben.Schwarz dagegen sollte versuchen mit Zuegen wie Sf6-g4, h6-h5-h4 und folgendem Td-g8 sowie f7-f5 seine Angriffsideen zu verwirklichen.Eine sehr entscheidende Rolle spielt dabei ohne Zweifel die Diagonale h1-a8, die sowohl Weiss als auch Schwarz beim Koenigsangriff nutzen sollte.Wie sooft heisst die Devise: Derjenige, der seinen Angriffl schneller und effektiver gestalten kann, wird die Partie fuer sich entscheiden! 12.Ld2 Sh7?!
[12...d5 13.e5 Sd7 ... und Schwarz sollte mittels g7-g5 Gegenspiel bekommen;der Springerrueckzug versperrt dem eigenen Turm die Linie und verlangsamt so den Angriff.]
13.Tfc1 g5 14.b4 g4?! Schwarz sollte die Linie auf keinen Fall selbst schliessen, weil dadurch die Angriffspunkte fuer seine Tuerme von seinem eigenen Bauern verdeckt werden! 15.Sh4 Lxh4 16.gxh4 f5 17.e5 Wenn man sich den Sh7 anschaut, wird klar, dass Schwarz irgendetwas falsch gemacht hat, denn der sollte eigentlich das schwarze Spiel ankurbeln, ist aber nun von seinen eigenen Bauern "eingesperrt". d5 18.b5 Coach will es wissen! Se7
[18...Sa5 19.Tcb1 Tdg8 20.bxa6 Lxa6 21.Sb5 ... sieht auch nicht sehr erfreulich fuer Schwarz aus.]
19.bxa6 Lxa6 20.Sb5 Coach hat seinen Plan aus dem 10.Zug durchgesetzt.Weiss steht klar besser. Lxb5 21.axb5 Kd7 22.Ta6 Ta8 23.Tca1 Db7 24.c4 Txa6 25.bxa6 Dc6
[25...Dc7 26.d4! cxd4 27.cxd5 Sxd5 28.Lxd5 exd5 29.Db5+]
26.h5 Coach hat den Koenigsfluegel nicht vergessen!Er beraubt Schwarz auch noch der letzten kleinen Idee ... Se7-g6! Ta8 27.Le1 b5 28.Da2 bxc4 29.dxc4 Ta7 30.Lh4 Sf8 31.Lxe7 Die schwarze Verteidigung kann die vielen kleinen Drohungen nicht mehr abwehren. Weiss gewinnt einen Bauern! Kxe7 32.cxd5 Db6
[32...exd5 33.Lxd5 Db6 34.Lc4 Db4 35.Dc2]
33.Dc4 exd5 34.Lxd5 Sd7 35.Lb7 Weiss spielt quasi mit Mehrqualitaet!
[35.Lg8! Db4
(35...Kd8 36.Td1)
36.Df7+ Kd8 37.Td1]
35...Db2 36.Td1 Da3 Coach ist doch ein Mensch!!Hier hat er naemlich ein von Fritz4 angezeigtes Matt in 10 Zuegen uebersehen!! Aber beim Aufgabenloesen in Erfurt hat Coach schon gezeigt, dass er mit 10-zuegigen Matts so seine Probleme hat!! 37.Dd3!?
[37.Txd7+ Kxd7 38.Df7+ Kd8 39.Df8+ Kd7 40.Dd6+ Ke8 41.Lc6+ Td7
(41...Kf7 42.Df6+ Kg8 43.Ld5+ Kh7 44.Dg6+ Kh8 45.Dg8#)
42.Lxd7+ Kf7 43.Df6+ Kg8 44.Le6+ Kh7 45.Dg6+ Kh8 46.Dg8#]
37...Da4 38.Dd6+ Ke8 39.e6 Txb7 40.axb7 Henning musste leider am eigenen Leib (oder Brett!)erfahren, wie kaltbluetig und bullig-stark unser Coach sein kann!

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